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Schönes Fernsehen

Fernsehen ist zur zeit eine sehr feine Sache. Nicht nur weil es sich meinem geistigen Verfall langsam annähert, nein, sondern auch weil wieder mal der sprichwörtliche Bär los ist im Staate Deutschland.
Schon seit einigen Wochen bekommt der aufmerksame Zuschauer recht hübsche Bilder aus diversen französischen Städten verabreicht die allesamt mit dem Protest und den daraus resultierenden Demonstrationen der Studenten zu tun haben. Unis werden geschlossen, man solidarisiert sich mit den jungen Menschen denen allesamt der Arsch auf Grundeis geht weil sie Befürchten in ihren angestrebten Jobs, wohlgemerkt angestrebten und nicht tatsächlich vorhandenen, nach 2 Jahren einfach so mir nichts dir nichts wieder rausgeschmissen werden können. Premier Villepin hat nicht den Mut sich hinzustellen und zu sagen: “Hört ma, Kinder: Berufstrinker und Dorftrottel sind und bleiben doch sowieso unkündbar. Das versprch ich euch. Und jetzt geht ma wieder in die Uni, ihr Versager!“. Das solche Provokationen Wut auslösen ist klar. Und die entlädt sich bei schön anzuschauenden Straßenschlachten mit der Polizei. Da wird sich auch kräftigst solidarisiert: Die Polizei haut die Studenten, die Studenten hauen die Polizei und die Ausländer aus den Banlieus verhauen alle. So sieht also Momentan die Lage in Frankreich aus, ein Ende ist nicht in Sicht.
Bei uns hingegen passiert etwas viel komplexeres. Hatte man vor einigen Jahren beim Thema „Gewalt an Schulen“ noch den „Irren aus Erfurt“ im Kopf, der aufgrund von zuviel Counterstrike-Gezocke und zwanghafter Masturbation beschloss ein bisschen „Entenschiessen“ zu spielen, so erschließt sich dem treuen Freund von Sendungen wie Taff, Blitz, Exclu- bzw. Explosiv oder der BR Rundschau ein wahrer Schulgewaltholocaust.
Berichte über Gewaltexzesse an Deutschlands Schulen, vermutlich ausgelöst durch die Verbreitung von fiesen Horrorvideos von Handy zu Handy, lassen bereits jetzt Pädagogen und Politiker im Quadrat springen.
So wie zum Beispiel in Osnabrück wo ein junger Vertreter der Parallelgesellschaft dem netten Onkel vom Fernsehteam strahlend sein Mobiltelefon (Nokia, neustes Modell, 4 Megapixel, Bluetooth) unter die Nase hält und meint: zieh dir des ma rein. Im Folgenden sieht man einen Lehrer dem während des Unterrichts die Hose runtergezogen wird. Ein anderes Filmbeispiel zeigt einen Kerl der volle Möhre gegen einen Stromkasten läuft, mit dem Kommentar: des musste der machen sonst kriegt der Schläge. In der Drehpause schnorrt sich der Kameramann und der Ton-heini türkische Roth-Händle Zigaretten von einem Sechsklässler. Der Reporter tauscht per Bluetooth einen kürzlich mit der PRO-7 Sekretärin entstandenen Hardcore-porno, was der Hosenscheißer vor laufender Kamera mit: „das Härteste was ich je gesehen hab!“ kommentiert.
Berlin-Neuköln, sagt eine autoritäre Männerstimme, der Schauplatz einer bisher nie gekannten Art von Gewalt an Deutschlands Schulen. Schnitt. Rauchschwaden ziehen an der Kamera vorbei. Aus gut 350 Meter Entfernung geduckt in einem Spielplatzhäuschen liegt der Kameramann und zoomt an das Eingangstor der Schule. Beim näheren Hinsehen sind noch die Reste der Namensplakette zu erkennen, dort steht, marmoriert von einigen Blutspritzern: RÜTLI-Hauptschule. Hinter dem Zaun der das Schulgelände von der Straße trennt Schmeißen einige Hosenscheißer mit Steinen oder ähnlichem auf eine Gruppe von Menschen mit „Bild“ oder „RTL“ Schriftzügen auf ihren Jacken die sich hinter einem brennenden Müllkontainer in Deckung bringen konnten. Auf dem Schulhof haben die Schüler, allesamt mit flotten Bushido-Haarschnitt, einen Scheiterhaufen aus Stühlen, Tischen und Mathebüchern errichtet und tanzen lauthals singend um ihn herum. Zum Repertoi gehören alte Gassenhauer wie „School’s Out“ von Alice Cooper, „My Generation“ von The Who aber auch neuere Stücke von Bass Sultan Hengzt oder eben Bushido. Man hört plötzlich Sirenen und Einsatzwägen des SEKs rauschen die Straße hinunter um die Reporter zu retten. Beim Verlassen ihrer Fahrzeuge regnet es Pfeilen aus den höhergelegenen Klassenzimmern in denen sich die Infanterieregimenter der Hauptschüler in Stellung gebracht haben. 28 Polizisten sterben sofort der Rest flüchtet zu Fuß aus Neuköln. Der Bericht endet abrupt als vor der Kamera ein Fünftklässler auftaucht in der einen Hand den Kopf vom Direktor in der anderen einen spitzgefeilten Schraubenzieher.

Was geht da ab an deutschen Schulen und vor allem wo führt das hin? In Bayern zeigt das Handyverbot schon Wirkung. Die ganzen verprügelten Streber können jetzt nämlich nicht mehr nach Hilfe rufen. Von so einem ausgeklügelten Plan kann sich Berlin noch ne Scheibe abschneiden. Fragen geistern durch die Presse: gehört die Rütli-Schule zur AlQuaida? Darf man Lehrer im Affekt totschießen? Was hat die Leitkultur mit mir zu tun? Und Wer ist denn jetzt eigentlich Deutschland?
Ich sehe allerdings Hoffnung für Germany. Denn wenn wir es schaffen die Kids von der Rütli-School (of Rock) an die Unis zu bringen, haben wir vielleicht in ein paar Jahren endlich wieder eine vernünftige Studentenbewegung. „We don’t need no Education…“ sangen einst Pink Floyd. Wer hätte gedacht das gerade die jugendliche Unterschicht, um mal im Pressejargon zu bleiben, so ein großes Potential hat zu rocken?! Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter geht.

In diesem Sinne
Dr. Wurscht (I AM AYRAN-MAN)
4.7.06 17:13
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


evschneef (11.7.06 17:15)
abgesehen davon: was bitte ist ein schulgewaltholocaust?
und was passiert an unseren schulen, dass sie nicht mehr in der lage sind die parallelgesellschaft unter kontrolle zu halten und auch das noch das sek übernehmen muss? Haben die nicht mit den Studentenprotesten genug zu tun? Mehr Lohn für SEKler! Aufrührige Parallelgesellschafter zwangsintegrieren!

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