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Neue Welt Ordnung

Neue Welt Ordnung

Als in Hiroshima und Nagasaki die Bomben fielen, erkannte die Menschheit mit Schrecken, dass sie die Büchse der Pandora geöffnet hatten. Im anschließenden kalten Krieg erreichte der Siegeszug der Nuklearenergie in zigtausenden von Atomsprengköpfen auf Seiten der U.S. und A. sowie der UdSSR einen neuen Höhepunkt. So war es nicht verwunderlich das 1962 ein netter grüner Typ namens „HULK“ das Licht der Welt erblickte. Die Story, aus der Feder des Marvel-Meisterhirns Stan Lee und seinem Kumpel Jack Kirby, drehte sich um den Wissenschaftler Dr. Bruce Banner der bei einem von seinen Experimenten dummerweise eine satte Dosis radioaktiver Strahlung ab bekam als er versuchte einen Kollegen zu retten. Bruce mutiert also ab und zu und wird dann zum mächtigen HULK der jeden Leiter eines Anti-Agressions-Seminars zur Verzweiflung bringen kann.
In der Welt der Superhelden ist Gammastrahlung recht beliebt was z.b. auch der „RADIOAKTIV MAN“ bei den Simpsons bestätigen kann.
Man fragt sich doch zurecht ob denn eine solche Mutation tatsächlich möglich wäre bzw. ob nicht irgendein krankes Hirn solche Versuche schon mal durchgeführt hat.
Die Antwort darauf erreichte die Öffentlichkeit vor gut zwei Monaten: die russische Journalistin und Kreml-Kritikerin Anna Politkowskaja wird am 07.10. in Moskau erschossen. Der Verdacht fällt auf die Regierung, die wohl nicht ganz so froh über die Berichterstattung war. So denkt auch der im Londoner Exil lebende Litwinenko, der daraufhin Voll-Präsi Putin beschuldigt, in die Sache verwickelt zu sein. Im Oktober trifft sich Litwinenko mit dem ein oder anderen Geheimdienstkumpel, angeblich um Beweise für Putins Mittäterschaft im Politkowskaja-Mord zu sammeln. Am 03.11. wird dann der „aufrechte Kämpfer für ein freies Russland“ mit Verdacht auf Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Am 23.11. stirbt er an einer Vergiftung durch Polonium-210. Postum wird ein Schreiben veröffentlicht in dem der Herr Litwinenko wieder den Herrn Putin beschuldigt, ihn umgebracht zu haben. Soweit die Fakten. Die angeblichen Täter sind immer noch auf freiem Fuß und es tauchen ständig neue Vergiftungsopfer auf.
Jetzt die Wahrheit, die selbst die BBC nicht für möglich halten würde:
Zu Beginn des Jahres 1960 entwickelte Stan Lee bei campen am Eeriesee die Figur des Hulk der dann 1962 im gleichnamigen Comic-Buch das Licht der Welt erblickte. Igor Sagujev aka. Hank Brown, seines Zeichens Aufklärer des russischen Geheimdienstes KGB, war zu dieser Zeit in Chicago stationiert und ein großer Fan der amerikanischen Kultur insbesondere von Comic-Büchern. Da Igor auch stinkefaul war und alle seine Berichte die er alle 6 Wochen abgeben musste frei erfand, schickte er dem KGB im Oktober '62 einen Bericht, in dem er exakt die erste Geschichte des HULKS niederschrieb. Da er früher schon schlimmere Geschichten abgeliefert hatte, dachte er sich nichts dabei. Ihm war nur wichtig jeden Monat seinen Scheck zu bekommen. Doch anscheinend hatte er im Moskauer Hauptquartier einen wunden Punkt getroffen. Er bekam zwei Wochen später ein Schreiben in dem seine Chefs ihn darauf hinwiesen, wie wichtig seine Mission sei und das sie unbedingt mehr Informationen brauchten. Igor staunte nicht schlecht über diese Resonanz und ging schnurstracks zum Kiosk um die neuste Ausgabe vom HULK zu kaufen. Es war schließlich nicht sein Problem, dass die Hornochsen in Moskau keinen Sinn für Humor hatten und alles so bierernst nahmen. Als der KGB immer häufiger Kontakt zu ihm aufnahm und ihn bedrängte neue Informationen zu liefern wurde es ihm endgültig zu dumm. Er sagte servuz zu Väterchen Russland und marschierte in die Chicagoer FBI-Zentrale. Dort berichtete er von seiner Arbeit und hatte damit reichlich Lacher auf seiner Seite. Die amerikanischen Kollegen zeigten sich von der Geschichte derart angetan, dass sie ihm völlige Imunität versprachen und ihm eine neue Identität als Melonenfarmer in Arkensas zuteilten. Igor Sagujev hatte danach nie wieder etwas mit dem KGB zu tun und starb 2002 an einem Herzinfarkt auf seiner Farm.
Die Herren in Moskau flippten total aus. Als sie der erste Brief erreichte beriefen sie sofort eine Sondersitzung ein die über die unglaublichen Neuigkeiten beraten sollte. Zwar wussten sie von ihren eigenen Wissenschaftlern, dass radioaktive Strahlung Mutationen hervorrufen konnte, doch das ein Mensch solch unglaubliche Kräfte entwickeln konnte und noch dazu ansonsten unversehrt blieb beunruhigte sie ungemein. Die Horrorvision einer amerikanischen Supermenschenarmee brachte sie um ihren ohnehin leichten Schlaf. Man beschloss ein wachsames Auge auf diese Entwicklung zu haben und berief einen Sachverständigen Rat der unter dem Decknamen „Operation: Inka“ und unter strengster Geheimhaltung in den folgenden Jahren agierte. Nachdem der Kontakt zu ihrem Agenten Sagujev abriss und es in Russland zu schwierigen politischen Veränderungen kam, wurde beim KGB beschlossen die gesamte „Operation: Inka“ in einen unterirdischen Bunker in der sibirischen Steppe zu verlegen. Nicht einmal die höchsten Vertreter der Regierung wussten davon, weil die KGB-Jungs nicht viel von Parteibonzen hielten. Man überließ wichtige Entscheidungen nun mal nicht irgendeinem vodkasaufenden Stinkstiefel im Kremel. Wenn der imperialistische Kapitalismus vor der Tür steht, muss man immer ein Ass im Ärmel haben, dachten sie. So zogen Anfang der 70er Jahre etwa 300 Physiker, Biologen und Chemiker plus deren Familien in die unterirdische Bunkerstadt „Bolveskov“. Der Arbeitsauftrag lautete: Findet einen Weg, Menschen durch radioaktive Strahlung zu Supermenschen zu machen. Alle die in diesem Projekt involviert waren wurden ständig überwacht. Der Geheimdienst übertraf sich bei dieser logistischen Meisterleistung selbst. Allein die Bezahlung der Arbeiter und das Unterhalten der Kolonie „Bolveskov“ verschlangen in der 70er und 80er Jahren einen Großteil des Etats. Der Rest wurde durch Schwarzkassen und internationale Waffendeals aufgebracht.
Es gelang ihnen dieses Mammut-Projekt über all die Jahre geheim zu halten bis sich in den späten 80er Jahren der Untergang des Sowjetreichs abzeichnete. In einer Geheimkonferenz am 27.09.1988 in Sevastopol entbrannte eine heftige Diskussion zwischen den Hardlinern des zugrundegehenden Kommunismus und den reformwilligen Vertretern des „neuen Russlands“. Letztere wollten „Operation: Inka“ endgültig zu den Akten legen da die ganze Geschichte offensichtlich auf einem faulen Agentenwitz beruhte und immer noch Unsummen verschlang die man Mittlerweile durch hochriskante Ölgeschäfte zusammenkratzen musste. Ausserdem wurden die Forschungsberichte aus dem Bunker von Mal zu Mal merkwürdiger. Wo Anfangs noch rationale Fakten und Zahlen von engagierter Arbeit zeugten, blieben am Schluss nur noch Strichmännchenzeichnungen übrig und so langsam schien man im KGB-Hauptquartier zu begreifen, dass es wohl keine andere Möglichkeit gab, als das Projekt zu beenden. Doch niemand fühlte sich zuständig. Als schließlich die Berliner Mauer fiel und sich die Sowjetunion auflöste geriet alles in Vergessenheit. Alte Generäle schieden aus dem Amt, Stellen wurden gestrichen und letztendlich blieb die unterirdische Kolonie nur noch als ein gigantischer Posten auf der Monatsabrechnung. Da es zu diesem Zeitpunkt eine riesige Menge an laufenden Geheimdienstoperationen gab, wurde kurzerhand beschlossen sämtliche Aktivitäten aus Kostengründen einzustellen.
Am 04.April 2005 erreichte also der Brief aus dem Kreml die Kolonie. Weil dieser unzureichend frankiert war lag er 15 Jahre lang in einem Postamt in Noril'sk. Der Briefträger brauchte zwei Wochen um den Eingang des Bunkers zu finden und benötigte die Hilfe von drei einheimischen Führern von denen zwei von Bären gefressen wurden. Endlich am Ziel klopfte er ein paar mal an der schweren Eisentür und nachdem Niemand öffnete trat er mit dem verbliebenem Führer den Rückweg an. Durch die Haufen an Überstunden die er in den zwei Wochen gemacht hatte gewährte man ihm drei Tage Sonderurlaub in Moskau. Dort betrank er sich in einer schmierigen kleinen Kneipe und quatschte sturzbesoffen die nächstbeste Tussi an die ihm über den Weg lief. Sie hieß Anna und arbeitet als Journalistin in Moskau. Während er sie in einem schäbigen Hotelzimmer auszog, redete sie pausenlos über die Regierung, über Putin und den hässlichen Geheimdienst. Ihm war das egal solange er bekam was er wollte. Als er fertig war und sie das erste mal an diesem Abend die Klappe hielt, erzählte er ihr die Story von seinem aufregendem Trip in die sibirische Tundra und auch von dem merkwürdigem Bunker. Sie hörte aufmerksam zu und machte sich einige Notizen in ihrem Block den sie aus ihrer Tasche gezogen hatte. Als er erwähnte, dass der Brief einen Regierungsstempel hatte wurde Anna ganz aufgeregt. Sie fragte ihn solange aus bis er es nicht mehr aushielt und fluchtartig das Hotel verließ. Anna machte sich am nächsten Morgen sofort an die Recherche zu dieser außergewöhnlichen Geschichte.
Die Bewohner von „Bolveskov“ staunten nicht schlecht als ihnen so mir nichts dir nichts gekündigt wurde. Die Kolonie hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt prächtig entwickelt. Kinder wurden geboren und man hatte es sogar geschafft vollkommen selbstversorgerisch zu leben. Der Bürgermeister von „Bolveskov“ berief einen Stadtratssitzung ein um zu überlegen was zu tun sei. Viele Familien wollten jetzt, da sie nichts mehr unter der Erde hielt endlich wieder an die frische Luft. Andere, besonders die fanatischen unter den Wissenschaftlern, bestanden darauf das Projekt erfolgreich zu beenden, stand man doch schon so kurz vor dem Durchbruch. Sie waren fest davon überzeugt, dass eine bestimmte Menge an Polonium-210 in Verbindung mit einem Enzym das hauptsächlich in Thunfischen zu finden sei, eine Reaktion im menschlichen Körper hervorrufen könne, die denjenigen zu einem muskelbepacktem Kampfkoloss machte. In Wahrheit war dies kompletter Unsinn. Schließlich wurden die Fanatiker überstimmt und man löste die Kolonie auf. Die Familien verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen, über ihren Verbleib ist soweit nichts interessantes zu berichten. Ein kleiner Rest Wissenschaftler war nach der Schließung ihres Bunkers so aufgebracht, dass sie sich unter wildem Geschrei in die Tiefen des Komplexes zurückzogen und diesen auch unter keinen Umständen verlassen wollten. Diese Splittergruppe begann Anfang des Jahres 2006 die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie suchten seitdem in Moskau und in anderen Städten nach geeigneten Testpersonen. Denn bisher hatten sie ihre Ergebnisse noch nicht überprüfen können. Man fand Ende Mai einen geeigneten Probanden in London. Er war Journalist und auf Putin nicht gut zu sprechen. Er hieß Litwinenko hatte den passenden Körperbau und erfüllte auch sonst alle wesentlichen Voraussetzungen. Dimitri Vassilowitsch war mit der Observierung von Litwinenko betraut worden und staunte nicht schlecht als dieser sich mit der Berufskollegin Politkowskaja in einem Sushi-Lokal in der Londoner Innenstadt traf und diese ihm von einem ominöses Geheimprojekt in Sibirien erzählte. Sie wusste zwar nicht all zu viel doch reichte es aus um Vassilowitsch den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Unverzüglich stellte er Kontakt zu dem Rest der Wissenschaftler-Gang in Russland her und wartete auf Befehle, was jetzt zu tun sei. Ohne lang zu beraten stand fest: die Frau muss weg. Doch sollte es in Russland passieren und nicht im kapitalistischen Ausland noch dazu bei den verhassten Briten.
In Moskau wurde alles für die Exterminierung von Politkowskaja vorbereitet. Ein tscheschenischer Auftragskiller wurde angeheuert der am 07.10. seinen Job sauber und fachgerecht erledigte. Da die Ermordete auf der Liste der von der Regierung meist gehassten Personen sehr weit oben stand verdächtigte die gesamte internationale Presse den Regierungschef Putin und seinen Geheimdienst in die Ermordung verwickelt zu sein. Alles lief also wie am Schnürchen für die Wissenschaftler. Doch als Litwinenko vor die Presse trat und behauptete Anna sei wegen ihrer Recherchen getötet worden, wurde es langsam Zeit zum Handeln. Natürlich konnte Litwinenko nicht wissen, dass Putin von „Bolveskov“ nicht das geringste wusste. Es wurde also ein Plan entwickelt der vorsah Litwinenko in seinem Lieblingssushilokal eine Dosis Polonium zu verabreichen . Diese sollte dann mit der Einnahme des Thunfischs nach ca. fünf Stunden die gewünschte Reaktion herbeiführen. Wenn dennoch etwas schiefgehen sollte, wies der Plan keinerlei Risiken auf. Alle würden den jetzigen Geheimdienst bzw. den Kreml verdächtigen sofern Litwinenko entgegen aller Berechnungen sterben sollte. Keiner wusste von den Bolveskoviern. Würde aber der Versuch gelingen, blieb nichts anderes übrig als Litwinenko einzuweihen und ihm alles zu erzählen.
Der Versuch schlug fehl. Litwinenko zeigte keinerlei übermenschliche Reaktionen. Im Gegenteil: es ging zu ende mit ihm.

Soweit so gut.

To be continued...

Dr.Wurscht
2.12.06 02:20





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