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Die David-Hasselhoff-Generation

Generationen bekommen des Öfteren sehr passende Namen: Generation X, Generation Nokia, Null Bock Generation etc. p. p. Nur für meine Generation ist der Presse und den Soziologen nichts vernünftiges eingefallen.
Alle die zwischen `77 und `83 geboren wurden empfinden das vielleicht ähnlich. Denn während spätere Generationen immer betitelt werden konnten und sich immer schlaue Schlagworte finden ließen waren damals wohl gerade alle zu beschäftigt um sich auch noch darum zu kümmern. Obwohl wir ja prägend waren für die, die noch kommen sollten.
Wir waren schließlich die ersten für die Mtv selbstverständlich war, die mit Privatfernsehen und dem damit ausbrechenden Werbeboom aufwuchsen. Wir waren die ersten die wie keine andere Generation vor uns kommerzialisiert wurden, die in das Haifischbecken der Konzerne geworfen wurden und zur Zielgruppe degradiert wurden. Denen man alles bis zum Erbrechen in den Hals stopfte, die man mit noch so großem Schwachsinn füttern konnte und denen man nahezu alles verkaufen konnte egal wie dämlich es auch war. Man braucht sich nur eine CD mit den Hits der 90er anzuhören.
Wir waren der Pilot zur Serie: „Auf in die 90er“ mit der Fortsetzung: „The Next Millenium“. Aber über die Folgen einer Sozialisierung durch Knight Rider und dem A-Team dachte damals keiner nach. Wenn erst David Hasselhoff und später Homer Simpson einem die Welt erklärt, könnte man aus der heutigen Sicht davon ausgehen, dass eine ganze Generation humorvoller, mutiger und selbstbewusster junger Menschen daraus hervorgegangen sei. Leider nicht! Denn nur Wenigen ist diese Art der Fernsehunterhaltung gut bekommen.
Uns wurden früh Ideale und Visionen genommen, was sicherlich auch die Entstehung von Sendungen wie die „80er Show“ oder die „90er Show“ erklären. In diesen, von RTL produzierten Sendungen, erzählen Menschen etwas über diese Zeit die im Schnitt alle schon über 30 sind. Kaum einer erzählt wie witzig es war, als man nach der Tschernobyl-Katastrophe nicht mehr draußen spielen durfte. Wie merkwürdig es war David Hasselhoff auf der Berliner Mauer tanzen zu sehen. Und wie schrecklich es ist die wirklich schlechtesten Songs aus dieser Zeit von den abgehalfterten „Original Artist“ dargeboten zu bekommen.
Wenn wir diese unsägliche Beschönigung zur besten Sendezeit in der Glotze sehen, so kommt uns diese Zeit merkwürdig fremd vor. Als hätten Dinge stattgefunden die man selbst entweder nicht bemerkt oder auf die man geschissen hat. Wären wir damals nicht reihenweise verblödet würden diese Rückblicke anders aussehen. Doch änderte sich damals die Weltordnung und mir scheint wir haben einfach in dem ganzen Trubel vergessen die uns vereinnahmende Wirtschaft zum Teufel zu schicken. Wir haben uns instrumentalisieren lassen und ließen uns von der Aufbruchstimmung lähmen. Nie war eine Generation vor uns so unpolitisch. Was gar nicht verwunderlich ist sieht man sich mal die Ikonen dieser unserer Zeit an, die gleichaltrigen Film- und Popstars die uns noch hätten retten können:
Superstar Justin Timberlake entstammte einer der zahlreichen Boybands deren Platten wir Millionenweise kauften weil die uns mit nichtsagendem Weichspülersound nicht forderten geschweige denn uns irgendetwas zu sagen hatten. Sie wollen gefallen nicht mehr nicht weniger.
Oder Sarah Kuttner, die hierzulande sogar von seriösen Zeitungen wie der SZ schon als „Sprecherin ihrer Generation“ betitelt wurde. Ihres Zeichens aus der ehemaligen DDR kommend ist sie das beste Beispiel unserer Generation.
Dazu kommen noch etliche andere wie Britney Spears, Jessica Simpson, Jeannette Biederman und und und....
Alles nur weil heute jeder ein Star sein will was uns über die letzten 25 Jahre auch lang genug eingetrichtert wurde. Der unterschied ist das man auch komplett talentfrei zum sogenannten Held seiner Generation aufsteigen kann. Und das wiederum, weil wir beschlossen haben lieber berühmt zu sein und nichts zu sagen als sich mit etwas zu identifizieren und dafür einzustehen.
So viel dazu
Dr. W.

7.11.06 23:16





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