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Der Papstbesuch

Der Papstbesuch.
Im Vorfeld stand bereits fest, dass viele die Stadt wegen des Besuchs von Ratzi verlassen würden. Auch ich wollte am Samstag um halb sechs schon die Hälfte der zweitägigen Watzmanntour bestritten haben, doch wurde ich leider krank und blieb deswegen in der Hauptstadt.
Wie befürchtet, und allen guten Vorsätzen zum Trotze, ließ ich mich durch die knallharte Berichterstattung vom Bayerischen Rundfunk doch noch überreden, einmal in die Stadt zu schauen. Als ich also am Stachus aus der Trambahn stieg, überkam mich doch ein klammes Gefühl, und ich mahlte mir schon aus, wie die geballte Kraft von 50.000 Katholiken einen alten Agnostiker wie mich zu Staub verwandeln würde wie Sonnenlicht einen Vampir. Aber zum Glück haben es die hiesigen Kirchengeher nicht so mit dem Heidenanzünden, weshalb ich unbeschadet zum Marienplatz vorstoßen konnte.
Man kann ja einiges über die Katholen sagen aber geschäftsbewusst sind die schon! So gab es bei Leder-Meier „10% Papstrabatt“ und das Domradio preiste sich selbst mit dem Superslogan: „Der gute Draht nach Oben“. Respekt! Sogar mit einem Augenzwinkern. Daneben gab es noch diverse Reliquienhändler die Papst-Buttons, Papsttücher, Papstbecher und Papstgeldbeutel im Angebot hatten.
Am Marienplatz warteten grob geschätzt 1,5 Mio. Mensch auf den Pontifex, der aber noch etwas auf sich warten ließ. So blieb mir etwas Zeit die sakrale Stimmung in mich aufzusaugen und ein leckeres Papstbier aus dem Kaufhof zu trinken. Recht niedlich war die tunesisch oder ägyptisch aussehende Verkäuferin, die ihre Kollegin ganz überrascht fragte, „was denn da heute los sei?“. Die wiederum, sichtlich entrüstet, entgegnete ihr, beschämt von soviel unwissendem Heidentum:“ DER PAPST!“, was der netten jungen Dame so irgendwie überhaupt nichts sagte. Sehr charmant, das Mädel. Meine Wartezeit wurde von einer Gruppe hyperaktiver 16jähriger verschönt, die aufgelöst und orgasmisch erregt nur noch zu stockenden Sprachfetzen in der Lage waren, diese aber ohne Punkt und Komma wild durch die Gegend schrieen:“ Oh mein Gott (sic!) Ichmussdavorichwillihnsehen....ach..warumbinichnursoklein...SANDRA!!!kommher...FOTO.....woisderdenn???!!!“
Und dann war ER da. Ich sah natürlich nicht das geringste. Hören konnte ich auch nix. Also ging ich wieder heim.
Auf dem Heimweg mahlte ich mir aus, wie wohl mein Auftritt als Papst auf dem Marienplatz abgelaufen wäre:
Zunächst wäre ich seriös mit der U-Bahn angereist. Dann, ich komme aus den Katakomben, ertönt „In-A-Gadda-Da-Vida“ und ich begebe mich zu meinem Thron aus menschlichen Schädeln. Anschließend verkünde ich die neuen 10 Gebote und singe mit den Menschen „Holy War“ von Man-O-War. Zum Schluss beiße ich einer Fledermaus den Kopf ab, sammle das Blut in einem Kelch und feiere mit allen die heilige Kommunion.
Das wäre ein Fest!
Bis bald, Amen und aus
Dr. theo. Wurst

P.S.: Musiktipp zum Papstbesuch: Die neue SLAYER!
9.9.06 18:53





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