WURSCHTIMPERIUM
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt

http://myblog.de/dr.wurscht

Gratis bloggen bei
myblog.de





Kuttner-Mail

Ist zwar schon älter aber immer noch lustig. Diese Mail schrieb ich Sarah Kuttner und die hat sie dann auch tatsächlich so in der Sendung vorgelesen:

Guten Tag Frau Kuttner,
um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: deine Sendung stinkt!
Eure Ambition, so etwas wie eine, zu der im Moment angesagten Indi-Pop-Rock-Alternativ-Musik passenden Fernsehsendung zu kreieren, ging voll in die Hose. Das Konzept von Moderator und Assistent funktioniert nur wenn wenigstens einer der beiden im Ansatz lustig ist. Nur allein die Darbietung von hipper Jugendsprache in sinnlosen Dialogen mit dem Schlumpf am Schreibtisch reicht nicht aus um eine Sendung zu füllen.
Die Gäste, die in deine Sendung kommen, müssen dich für ein, auf schlechtem Koks hängengebliebenes, Ritalin-Kind halten, dessen Mutter den Käfig nicht richtig zugemacht hat.
Gegen Drogenkonsum ist ja erstmal nichts einzuwenden aber ich rate dir: was auch immer du nimmst, nimm weniger.
Vielleicht merkst du ja dann selber mal was für einen Mist du da erzählst.
Doch das aller Schlimmste ist die Musik in der "Show". Ihr schafft es ja sogar eine Band wie The (international) Noise Conspiracy so zu promoten, dass einem die Lust am Hören vergeht. Vielleicht kannst du mir mal verraten von welchem Jahrmarkt ihr die Studioband bekommen habt. Nur rein Interessehalber.

So, ich hoffe du kannst ein paar der Kritikpunkte in den nächsten Wochen (oder bis ihr abgesetzt werdet) korrigieren.
Da ich weiß, dasss du immer an konstruktiver Kritik interessiert bist, freue ich mich wenn ich dir helfen kann.

Gut Holz,
4.7.06 17:03


Bewerbung zum Teamchef

Auch hier ein weiteres Glanzstück des Doktors. Schrieb ich seinerzeit (2002) an den DFB im Zuge der Nationaltrainer-Frage unter dem Pseudonym Anton Landgraf und bekamm auch direkt Antwort:


Sehr geehrter Herr Maier-Vorfelder

Sehr geehrter Herr Dr. Zwanziger

Sehr geehrtes Präsidium des Deutschen Fußball Bundes

Ihre Suche hat ein Ende! Ich möchte mich hiermit selbst als neuen Bundestrainer der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen. Alle an mich gestellten Forderungen und Aufgaben werde ich nach bestem Wissen und Gewissen zu unserer (wir sind alle DEUTSCHE!) Zufriedenheit erfüllen.

Zu meiner Motivation kann ich nur sagen, dass ich keine Angst vor der hiesigen Presse habe und mich der Medien-Circus total kalt lässt. Die können schreiben was sie wollen, denen werde ich durch vernichtende Erfolge schon Respekt beibringen. Da ich selbst ca. 2 Meter groß bin scheue ich auch nicht die 1 gegen 1 Situation auf dem Spielfeld. Durch mein Alter bin ich anderen Nationaltrainern sowieso immer einen Schritt voraus, aber dazu später mehr.

Außerdem halte ich es für die Pflicht eines jeden Deutschen sich freiwillig zu melden wenn Vater Staat in der Klemme sitzt. Da es anscheinend in Mode ist sich vor der Verantwortung zu drücken (siehe BILD Titelblätter Juni-Juli, Stichwort: Rehagel, Völler, Hitzfeld), leute ich mit meiner Benennung als Nationalcoach ein neues Zeitalter ein.

Zu meiner Person:

1977 geboren und aufgewachsen in München (Bayern)

1997 Hauptschulabschluss mit Wahlfach Fußball

1997-04 Lagerist bei Paulaner-Bräu München

1987-00 Mittelstürmer beim FC Harteck

seit 00 Trainer der D-Jugend FC Harteck, Stammtischvorsitzender des Trachtenvereins München Nord, Mitarbeiter des Monats Mai 99, August 99 und März 00 bei Paulaner-Bräu München
Meine Qualifikation beruht auf die langjährige Arbeit mit jungen Leuten, einem immensen Fachwissen, Führungsqualitäten der Spitzenklasse und einem unglaublich großem Ego. Mir wurde auch gesagt ich hätte Teamfähigkeit, könne gut kochen und bin immer pünktlich.

Sie sehen, ich habe alle Voraussetzungen für den Trainerposten. Als ich meinen Freunden von meinem Plan erzählte, behaupteten einige sogar ich sei überqualifiziert. Das kann man halten wie man will, denk ich. Einige meiner Vorgänger hatten sich nicht die richtigen Eigenschaften um diese Aufgabe erfolgreich zu übernehmen.
Alle Zeichen sprechen für mich! Ich bin jung und heiß auf den Titel. Im eigenen Land! Können sie sich vorstellen wie das wäre wenn ein Underdog, ein Niemand, ein unbeschriebenes Blatt den WELTMEISTER-TITEL in Deutschland holt? Da könne sie gleich anfangen die Geschichtsbücher umzuschreiben. Danach ist Fußball nicht mehr einfach Fußball! Danach ist es endlich das was sich 2 Milliarden Menschen auf der Welt wünschen: eine Religion!
Die Titelblätter werden mich nur noch durch Bibelzitate beschreiben können.
Ich laufe anderen Coachs mit Leichtigkeit den Rang ab. Ich bin schneller, stärker und blitzgescheit. Und taktisch bin ich so was wie der Edison des Fußballs. Ich erfinde Aufstellungen selbst. Mir ist jede Variante bekannt. MICH KANN MAN NICHT TÄUSCHEN!

Ich versichere Ihnen hiermit, dass ich unsere Mannschaft zum Titel führen werde.

Der Herr Delling und der Herr Netzter werden die ersten sein die im Zuge der Fußball-Revolution Federn lassen müssen. Dann der Beckenbauer, Breitner, Bierhoff und die restlichen Zweifler. Bitte schenken sie mir das Vertrauen. Ich werde sie nicht enttäuschen.

Hochachtungsvoll grüßt sie

Herr Anton Landgraf

Antwort vom DFB:
Sehr geehrter Fußball-Fan,

vielen Dank für Ihre Bewerbung als Bundestrainer, mit dem Sie Ihr Interesse an der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und damit auch am DFB bekunden. Sicher ist die EURO 2004 in Portugal für uns alle enttäuschend verlaufen. Trotzdem hoffen wir, dass sich unsere Nationalmannschaft bald wieder von der besseren Seite zeigen wird, so wie beim Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Korea. Der DFB wird jedenfalls alle Anstrengungen unternehmen, damit wir auf dem Weg zur WM 2006 an erfolgreichere Zeiten anknüpfen und unsere Nationalmannschaft einen attraktiven Fußball spielen wird, damit Millionen Fans viel Freude an ihr haben werden.

Sollte Ihre Bewerbung in die engere Auswahl der Trainer-Findungskommission kommen, werden wir Sie selbstverständlich benachrichtigen.

Freundliche Grüße,

DFB-Pressestelle
4.7.06 17:07


Torwart Diskussion

Hallo Ihr Klappstühle,
... jetzt kommt schon wieder der hässliche Windows-Assistent der mich fragt ob ich nen Brief schreiben will!!! Der soll’s Maul halten! ...So jetzt issa weg...

Sicher hat der Ein oder Andere die Torwartdiskussion der letzten, ich möchte mal sagen, Monate verfolgt und mir fällt dazu nur ein: tragisch. Wo soll das nur hinführen? (Affen-)Olli Kahn oder Jens „Ich nehme meinen Beruf ernst“ Lehmann ist meiner Meinung nach so wie die Entscheidung zwischen Pilz an der Eichel oder Hämorriden. Besser wärs gewesen beide gar nicht zu nominieren und den Hildebrandt ins Tor zu stellen. Der schaut auch besser aus. Aber die schreckliche WM wird sowieso eine ganz schlimme Vorstellung. Nicht nur weil ich Tickets für das Spitzenspiel JAPAN-AUSTRALIEN in Kaiserslautern (!!!) bekommen habe sondern weil sogar meine Mutter, die ja nachweislich keinen Blassen von Fußball hat, bemerkte, dass es nur ums Geld geht, welches wir der FIFA und den offiziellen Sponsoren in den nimmermüden Rachen werfen dürfen. Nix desto Trotz lasse ich mir den Spaß am Fußball nicht nehmen, erstand ich doch vor kurzer Zeit einen Deutschlandschal zusammen mit ner Tube Zahnpasta und 2 Zahnbürsten im praktischen SIGNAL-Fanpaket und, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ein Lukas Podolski-Trikot kombiniert mit 2 Dosen AXE Click. Ich bin also bestens gerüstet. Zu hoffen bleibt, dass wir ordentlich was zu lachen kriegen, spätestens wenn wir im Eröffnungsspiel mit ansehen dürfen wie der Herr Lehmann einen Riesen Bock schießt und Prinz Poldi mit Ach und Krach, im abseits stehend, den 1 zu 1 Ausgleich in der 90 Minute macht. Beckenbauer dann im Interview, sichtlich bemüht die containence zu bewahren: „Wir haben damals ja auch nicht gut gespielt aber, ganz ehrlich, diese Mannschaft ist und bleibt ein Haufen Scheiße!“. Klinsi wird daraufhin das Bundestraineramt ablegen und in einer Nacht und Nebel Aktion wird schließlich doch noch Lothar Mathäus verpflichtet, der dann am nächsten Morgen sagt: „Ich habs euch ja gleich gesagt aber ihr wollt ja nicht hören.“ Nachträglich wird Mehmet Scholl, Eike Immel, Mathäus selbst, und die gesamte Mannschaft von 1990 für den Kader nominiert. Wir putzen alles weg was kommt und der Lothar wechselt sich ab und zu selbst ein. Im Finale vernichten wir England desaströs mit 4 zu 0 und endlich wir alles wieder gut. Die Regierung gibt Anfang August bekannt, dass die Vollbeschäftigung erreicht ist. Die neuen Bundesländer schreiben ab 2007 schwarze Zahlen. Minister Steimeier bewirkt das erste dauerhafte Friedensabkommen in Nah-Ost. Kohl kommt doch noch ins Gefängnis wegen der Schmiergeld-Affaire. Die Geburtenrate steigt zur Mitte der WM um das Doppelte weil jedes Paar gerne eine eigene Fußballmannschaft hätte und zu guter letzt werden per Verfassungsgerichtsbeschluss Fernsehsendungen wie „DsdS“, „Germany’s next Topmadel“ oder die „Kuttner“-Show verboten.

Ach ja, wär des schön!
Euer, mit ner Träne im Knopfloch, zutiefst verbundener
Dr.Wurscht
4.7.06 17:10


Nasum Konzert 2004

November, 2004, es läutet das Telefon. Mein Kumpel Björn ist dran und schreit in den Hörer: “Nasum, Nasum“. Ich krieg fast einen Gehörsturz, kann mir aber dennoch vorstellen worauf er mit seinem Gebrülle hinauswill. Ja, es ist tatsächlich wahr. Die schwedischen Zerstörer kommen wirklich nach München. Es kursierten schon einige Zeit vorher Gerüchte von einer Tour im Zuge der neuen Scheibe, aber die Konzertdaten auf der Relapse-Homepage sind nicht immer die Zuverlässigsten. Nun begann die Promotionarbeit. Wir versuchten alle, dem Lauten Krach nicht abgeneigten, Kumpels und solche die es werden sollten, zu mobilisieren.
Freiburg wurde kontaktiert, Augsburg auch. Es sollte ein riesen Fest werden.
Am 11.11. war es dann soweit. Aus dem hiesigen Event-Planer entnahmen wir, dass eine der Vorbands den verheißungsvollen Namen „A-Team“ haben sollte. Na, wenn das kein Garant für ne spitzen Party ist! Im Feierwerk angekommen trat leider das ein was wir alle vorher stillschweigend befürchtet hatten. Kaum Punkrockers und noch weniger Hardcore-Kameraden. Die vorherrschende Mehrheit war die langhaarige Metal-Fraktion, sogar welche mit „Dimur Bogir“ T-Shirts. München ist halt fest in Metlerhand. Aber egal. Wir begannen sofort uns diese armen Geister agressiv zu trinken denn die standen nur so rum und versprühten eine furchtbar penetranten Party-Pazifismus. So was geht bei Nasum nicht. Da muss Blut fliesen.
Das „A-Team“ begann und enttäuschte maßlos. Sie spielten eine grässliche Mischung aus Crust-Metal-Hardcore-Punk die nicht für`n Fünferl rockte. Hinzu kam, dass sie den von uns lautstark geforderten, obligatorischen A-Team-Song nicht spielten. Sehr schwach!
Dann waren wir gespannt auf Nasum die nach einer Umbaupause von wenigen Minuten auch gleich aufspielten. Die nette Grindcore-Kapelle aus der Hölle trieb von Anfang an das Tempo in den Mach 2 Bereich obwohl der Sound lausig war. Nach 2 Songs, also nach ca. 1 ½ Minuten brach aber der anfängliche Enthusiasmus zusammen und nur die Hippie-Metler in den ersten 2 Reihen schwangen ihre Häupter im Takt der Trommel. In der Mitte der Halle klaffte ein riesiges Loch wo sich lediglich Unsereiner und 2 Straight-Edge Kickboxer in die Fresse traten. Da musste etwas geschehen. Nach kurzer Teambesprechung gingen wir in den Frontalangriff über und stürmten laut schreiend in die ersten 2 Reihen Headbanger, in der Hoffnung sie damit aus der Reserve zu locken und die Pogerei von neuem aufleben zu lassen. Aber sie blieben eisern. Der Knüppelzirkel auf der Bühne zimmerte währenddessen diverse Monomentalbauten indem sie ein Brett nach dem andern auspackten, inklusive „Inhale,Exhale“ und anderer Hits. Gegen Ende der Veranstaltung versuchte noch der eine Karatetyp so etwas wie Stage Diven, was ihm den Hass der Metler und seinem Freund, der ihn hochhob, ein blaues Auge einbrachte.
Dann war auch Schluss, und abschließend ist zu sagen, dass das Konzert trotz allem ganz lustig war. Lag höchstwahrscheinlich an der Spielfreude und dem Können der Band die unsere Erwartungen voll erfüllt hat. Das Publikum war der letzte Scheiß und wäre besser auf nem Protestantischen Kirchentag aufgehoben gewesen als bei Nasum.
Verdammte Metal-Penner! Die machen aus jedem Konzert mit Druck den reinsten Stammtisch. Na ja, vielleicht finden in der Zukunft noch mehr Leute Gefallen an brachialer Terrormucke die dann auch ma’ n’bisschen Tanzbeinschwingen.
4.7.06 17:11


Schönes Fernsehen

Fernsehen ist zur zeit eine sehr feine Sache. Nicht nur weil es sich meinem geistigen Verfall langsam annähert, nein, sondern auch weil wieder mal der sprichwörtliche Bär los ist im Staate Deutschland.
Schon seit einigen Wochen bekommt der aufmerksame Zuschauer recht hübsche Bilder aus diversen französischen Städten verabreicht die allesamt mit dem Protest und den daraus resultierenden Demonstrationen der Studenten zu tun haben. Unis werden geschlossen, man solidarisiert sich mit den jungen Menschen denen allesamt der Arsch auf Grundeis geht weil sie Befürchten in ihren angestrebten Jobs, wohlgemerkt angestrebten und nicht tatsächlich vorhandenen, nach 2 Jahren einfach so mir nichts dir nichts wieder rausgeschmissen werden können. Premier Villepin hat nicht den Mut sich hinzustellen und zu sagen: “Hört ma, Kinder: Berufstrinker und Dorftrottel sind und bleiben doch sowieso unkündbar. Das versprch ich euch. Und jetzt geht ma wieder in die Uni, ihr Versager!“. Das solche Provokationen Wut auslösen ist klar. Und die entlädt sich bei schön anzuschauenden Straßenschlachten mit der Polizei. Da wird sich auch kräftigst solidarisiert: Die Polizei haut die Studenten, die Studenten hauen die Polizei und die Ausländer aus den Banlieus verhauen alle. So sieht also Momentan die Lage in Frankreich aus, ein Ende ist nicht in Sicht.
Bei uns hingegen passiert etwas viel komplexeres. Hatte man vor einigen Jahren beim Thema „Gewalt an Schulen“ noch den „Irren aus Erfurt“ im Kopf, der aufgrund von zuviel Counterstrike-Gezocke und zwanghafter Masturbation beschloss ein bisschen „Entenschiessen“ zu spielen, so erschließt sich dem treuen Freund von Sendungen wie Taff, Blitz, Exclu- bzw. Explosiv oder der BR Rundschau ein wahrer Schulgewaltholocaust.
Berichte über Gewaltexzesse an Deutschlands Schulen, vermutlich ausgelöst durch die Verbreitung von fiesen Horrorvideos von Handy zu Handy, lassen bereits jetzt Pädagogen und Politiker im Quadrat springen.
So wie zum Beispiel in Osnabrück wo ein junger Vertreter der Parallelgesellschaft dem netten Onkel vom Fernsehteam strahlend sein Mobiltelefon (Nokia, neustes Modell, 4 Megapixel, Bluetooth) unter die Nase hält und meint: zieh dir des ma rein. Im Folgenden sieht man einen Lehrer dem während des Unterrichts die Hose runtergezogen wird. Ein anderes Filmbeispiel zeigt einen Kerl der volle Möhre gegen einen Stromkasten läuft, mit dem Kommentar: des musste der machen sonst kriegt der Schläge. In der Drehpause schnorrt sich der Kameramann und der Ton-heini türkische Roth-Händle Zigaretten von einem Sechsklässler. Der Reporter tauscht per Bluetooth einen kürzlich mit der PRO-7 Sekretärin entstandenen Hardcore-porno, was der Hosenscheißer vor laufender Kamera mit: „das Härteste was ich je gesehen hab!“ kommentiert.
Berlin-Neuköln, sagt eine autoritäre Männerstimme, der Schauplatz einer bisher nie gekannten Art von Gewalt an Deutschlands Schulen. Schnitt. Rauchschwaden ziehen an der Kamera vorbei. Aus gut 350 Meter Entfernung geduckt in einem Spielplatzhäuschen liegt der Kameramann und zoomt an das Eingangstor der Schule. Beim näheren Hinsehen sind noch die Reste der Namensplakette zu erkennen, dort steht, marmoriert von einigen Blutspritzern: RÜTLI-Hauptschule. Hinter dem Zaun der das Schulgelände von der Straße trennt Schmeißen einige Hosenscheißer mit Steinen oder ähnlichem auf eine Gruppe von Menschen mit „Bild“ oder „RTL“ Schriftzügen auf ihren Jacken die sich hinter einem brennenden Müllkontainer in Deckung bringen konnten. Auf dem Schulhof haben die Schüler, allesamt mit flotten Bushido-Haarschnitt, einen Scheiterhaufen aus Stühlen, Tischen und Mathebüchern errichtet und tanzen lauthals singend um ihn herum. Zum Repertoi gehören alte Gassenhauer wie „School’s Out“ von Alice Cooper, „My Generation“ von The Who aber auch neuere Stücke von Bass Sultan Hengzt oder eben Bushido. Man hört plötzlich Sirenen und Einsatzwägen des SEKs rauschen die Straße hinunter um die Reporter zu retten. Beim Verlassen ihrer Fahrzeuge regnet es Pfeilen aus den höhergelegenen Klassenzimmern in denen sich die Infanterieregimenter der Hauptschüler in Stellung gebracht haben. 28 Polizisten sterben sofort der Rest flüchtet zu Fuß aus Neuköln. Der Bericht endet abrupt als vor der Kamera ein Fünftklässler auftaucht in der einen Hand den Kopf vom Direktor in der anderen einen spitzgefeilten Schraubenzieher.

Was geht da ab an deutschen Schulen und vor allem wo führt das hin? In Bayern zeigt das Handyverbot schon Wirkung. Die ganzen verprügelten Streber können jetzt nämlich nicht mehr nach Hilfe rufen. Von so einem ausgeklügelten Plan kann sich Berlin noch ne Scheibe abschneiden. Fragen geistern durch die Presse: gehört die Rütli-Schule zur AlQuaida? Darf man Lehrer im Affekt totschießen? Was hat die Leitkultur mit mir zu tun? Und Wer ist denn jetzt eigentlich Deutschland?
Ich sehe allerdings Hoffnung für Germany. Denn wenn wir es schaffen die Kids von der Rütli-School (of Rock) an die Unis zu bringen, haben wir vielleicht in ein paar Jahren endlich wieder eine vernünftige Studentenbewegung. „We don’t need no Education…“ sangen einst Pink Floyd. Wer hätte gedacht das gerade die jugendliche Unterschicht, um mal im Pressejargon zu bleiben, so ein großes Potential hat zu rocken?! Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter geht.

In diesem Sinne
Dr. Wurscht (I AM AYRAN-MAN)
4.7.06 17:13


Sido Konzert

Ja, ich lebe noch und es ist mir bis zu diesem Zeitpunkt auch gelungen, nicht aufgrund einer Winterdepression oder dem unangenehmen Zustand von kalten Füßen, aus dem Fenster zu springen oder mich mit einem meiner Schuhbänder an der Türklinke aufzuhängen. Weshalb, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen, macht der da so nen Wind drumm? Tja, das ist so: Da wir (ich, besonders aber der Vordenker Markus Pill) beschlossen haben uns von dem Politzirkus zu distanzieren und lieber wieder Selbsterfahrungen auf dem Gebiet des Rock’N’Roll zu machen, trat bei mir eine gewisse Lehre an die Stelle, die vorher mein politisches Gewissen darstellte. Ich bleibe Diskussionen mit politischen Inhalten gänzlich fern. Wenn mich jemand fragt: “Was denkst du denn darüber.“ sag ich meistens: „ich muss weg“ oder „guck ma, dahinten!“ und renn dann ganz schnell davon. So läuft das bisher ganz gut.
Außerdem habe ich ja mit meinem „Studium“ auch noch was anderes zu tun als mir Lösungen für euer Deutschland aus dem Arsch zu ziehen. Die Zeiten sind vorbei.
Meine neue Freizeit nutze ich jetzt für ganz andere, wirklich wichtige Dinge. Wie zum Beispiel zum SIDO-Konzert zu gehen. Leider kann ich euch nicht mit spektakulären Storys beeindrucken die ich im Exotenstall HIP HOP-Backstage gemacht habe. Es hatte eher etwas von Jugendzentrum unter sozialpädagogischer Aufsicht (eines meiner zukünftigen Arbeitsfelder?). Die, für meine begriffe, viel zu alten Zuschauer (so ab 16 aufwärts) waren alle brav und lieb und nett, haben auch immer artig „Sie“ zu mir gesagt und sich alles in allem total spießig verhalten. Reinfall! Oder hatte ich vielleicht die von MTVIVA propagierte „Streetcredebility“ falsch verstanden? Wirklich lustig war aber als Sido und sein Kumpel Harry die Menge fragte: „wollt ihr jetzt die Nummer 1 oder die Nummer 2 hören?“, die dann natürlich, ihrer Sache sicher, laut schrie : „die Nummer 1!“, um sogleich von ihren Lieblingsrappern „Durch den Monsun“ auf die Ohren bekam. Einer schmiss einen Becher, wollte aber auch nach mehrmaligem Nachfragen seine Identität nicht preisgeben. Dieser Abend hatte aber auch für mich noch ein Nachspiel: als ich nämlich am darauffolgendem Freitag in meinem Seminar „Weiblichkeiten und Männlichkeiten als Konstrukt“ auf den Bericht einer Mitte 40jährigen Kommilitonin, die eine SIDO-CD bei ihrem 26(!)jährigem Sohn hörte, einwarf, dass ich beim Konzert war, schlich sich eine gewisse Antipathie mir gegenüber von Seiten der, mit 80% deutlich in der Überzahl, vertretenen Frauen ein.
Spaßig war auch letzten Freitag meine Exkursion zu den Revolverhelden die vollkommen zufällig zustande kam. Nachdem nämlich das Santeria Konzert zu ende war kostete der Eintritt zu den „Revolers“ keinen müden Heller mehr. Ich also, von der Neugier getrieben, rein in das Kabuff und den letzten Klängen der (höchstwahrscheinlich?) aus Hamburg stammenden Band. Stark an Liquido erinnernd (die ich bis jetzt ja leider nie live sah) sah ich mir durchaus vergnügt die Jungs aber hauptsächlich Mädels im Publikum an und ich kann nur sagen: Das nächste mal gehen wir da alle hin. Echt, im Ernst. Totales Hitpotential.
4.7.06 17:16


Deutschquote

Ich habe von Beginn an nicht verstanden, worum es bei dieser Deutschquotendiskussion eigentlich ging. Man sah im Fernsehen andauernd mehr oder weniger bekannte deutsche „Künstler“ die sich für eine ebensolche aussprachen ohne irgendwie plausibel begründen zu können wofür die gut ist. Das durch den anhaltenden Trend, „alternative“ deutsche Musik groß rauszubringen wie immer auch sämtlicher Mist mitgeschleift wird, ist ja nix neues. Und dennoch ist es nicht so einfach hier klare Grenzen auszumachen. Der Hauptgrund für diese neo-nationale und pubertär-patriotischen Sichtweisen sind meiner Meinung nach auf den anhaltenden Antiamerikanismus und die bestehenden Verhältnisse besonders in der deutschen Medienlandschaft zurückzuführen. Den Kids wurde doch überall verkauft: „wir ziehen nicht in den Krieg! Wir sind jetzt mal die Guten. Amerika und seine Verbündeten machen mindestens genau so viel falsch wie wir.“ Komischerweise führte die Verbrüderung der Kriegsgegner, zu denen ja alle Jungs und Mädels von 13 – 18 angehörten dazu, dass das Auge für die hiesigen Schweinereinen blind wurde. Es hieß dann immer „... ja schon, aber der Schröder hat nein zum Krieg gesagt“. Diese Generation von jungen „Künstlern“, egal ob jetzt HipHop oder Rock oder was auch immer, sieht Deutschland nicht mehr als Badman. „Was sollen wir uns beschimpfen lassen für Sachen die unsere Großeltern getan (oder NICHT getan) haben, wenn andere Länder genauso schlimm sind.“ Deutsch zu sein, dazu zu stehen und es auch noch zu besingen ist schick geworden.
Gerade die Diskussion um Fler und Konsorten stößt mir bitter auf. Nicht weil ich Fler für einen nationalistischen Prolorapidioten halte der aus dem Verkehr gezogen gehört, sondern vielmehr weil es einen Schande ist das es wirklich Leute gibt die so was kaufen. Gerade die Berliner Fraktion um das Label „AGGRO BERLIN“ fällt ja wöchentlich mit dämlichen Zoten auf. Nur ist jetzt die Fragen was man entgegenzusetzen hat. SIDO, bekannt geworden durch Blödsinn wie „Mein Block“, gestand neulich in einem Gespräch mit einer SPD-Abgeordneten, dass er seinen Fans raten wird die SPD zu wählen. Der weiß auch, dass ihm mit der CDU an der Spitze keine goldenen Zeiten erwarten. Politisch gesehen glaub ich aber nicht, dass diese Pfosten tatsächlich patriotisch oder nationalistisch sind, noch das sie nur provozieren wollen (was so aber natürlich ziemlich einfach ist). Wie schon gesagt fehlt das Bewusstsein zu erkennen was man da von sich gibt und gerade hier liegt die Schwierigkeit dies zu ändern. Mit Verboten und Zensur braucht man gar nicht erst anfangen weil’s doch des Coolste ist illegale CDs zu besitzen (is ja bei dem Nazischrott das gleiche).
Lösungsvorschläge hab ich leider auch nicht parat aber vielleicht hilft ja ne
Anti-Deutschquote?! Zu hoffen bleibt, dass es sich hierbei um einen Plattenkonzernbedingten Trend handelt und wir wissen ja das die bekanntlich nicht länger halten.
4.7.06 17:17


Star Wars Film Kritik

Logbucheintrag 4:05; Sternzeit: viertel vor 6; Dr. Wurscht

Star Wars – toll wars!
Ich analysiere jetzt mal wie George uns seine kleine Welt darstellt.
Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf Anakin Skywalker aka. Darth Vader. Ein ausgeprägter Ödipus-Komplex, dazu traumatische Kindheitserfahrungen, wuchs er doch mitsamt Mutti als Sklave auf, sind meiner Meinung nach der Ursprung der Gewalt. Die fehlende Vaterfigur ist im Kontrast zu der später entstehenden Übervaterfigur zu sehen. Die hohe kriminelle Energie war ja schon in den ersten beiden Teilen spürbar und die Agression gegen unbeteiligte Sandleute bewiesen den Hang zum brutalen Machtmensch (Hitler).
Im Laufe des Films wird das offensichtliche Borderline-Syndrom zur Geisel des guten Willens. Der ansich gute Anakin ist so von der Liebe zur, unglaublich untalentierten, Natalie Portman besessen, dass er sich natürlich, in der Hoffnung auf Rettung eben dieser, auf die dunkle Seite trollt. Die Alte stirbt, ist ja logo. Erst das Universum in die Scheiße reiten, sich von so nem Ballermann Macho-Depp anbumsen lassen und dann einfach so die Flinte ins Korn werfen. Geht’s noch? Frauen halt. Da steckt man nicht drin.
Das ist ja eigentlich DIE SZENE in den ganzen 6 Teilen, dauert aber schließlich ca. nur 2 ½ Minuten. Einen nicht zu ignorierenden Auftritt, hat auch ein komischer Roboter-Jedi, der eigentlich nur noch aus Blech und einem, wahrscheinlich durchtrieben bösen, Herz besteht. Auch hat der Kerl eine penetrante Suchtmittelabhängigkeit, sprich: er ist Kettenraucher. Bemerkbar macht sich das durch übertrieben theatralisches Husten. Der macht ordentlich den Larry los und wird zum Glück nach Strich und Faden vermöbelt um ins Gras zu beißen.
Die von mir heiß herbeigesehnte Szene mit der Wookie-Armee auf dem Wookie-Planeten fällt äußerst spärlich aus. Und wieder wird nicht erklärt warum zum Teufel die Heinis Umhängetaschen (Dolce & Gabana uder Gucci?) und LASERARMBRÜSTE haben?! Ich mein, hey! Lasers?! Und Armbrüste?! Was soll denn das?! Und wie funktioniert denn so was? Lichtschwerter, o.k. aber des!
Chewie hat auch nur einen sehr undankbaren Auftritt. Der dauert 5 Sekunden.
Zwischendrin immer blödsinniges Gefasel der Art:“ Gute Seite gut! Jedis auch gut. Anderen Böse!“ Der üblich Star Wars-Käs halt. Die Dummbeutel-Roboter sind auch wieder am Start und gehen einem gehörig auf den Sack.
George L. hat freilich versucht den total schlechten Plot vom Episode 2 in Episode 3 wieder wett zu machen. Also wirkt schon einiges als hätte er sich das in der Drehpause beim Scheißen ausgedacht. So weit ja noch ganz in Ordnung. Aber leider ist der Film dadurch auch nicht lustiger.
Technisch kann man dem Schorschi so einiges zur Last legen. Zum Beispiel das Weltraumgeballer am Anfang, bei dem die Kämpfe der Raumschiffe haargenau so aussehen wie in alten Mantel & Degen-Filmen. „Schuss vor den Bug! Hart achtern. Breitseite steuerbord!“ Ja, Ja, und dann ist da halt diese gottverdammte Effekthascherei die ja auch schon die alten Teile in der „Special Edition“- Version total verhunzt hat. Dauernd fliegt da irgendwer durch die Gegend oder dämliches Viechzeugs kriecht umanand. Wohl zum „Atmosphäre“ schaffe, wie? Behalt deine Scheiß-Atmo, Schorschi! „Industrial Lights&Magic“ am Arsch, Schorschi
Der Schluß ist dann doch wieder sehr, sehr lustig.
WARNUNG: WENN NOCH EINER GEDENKT SICH DEN SCHMARN ANZUSCHAUEN; JETZT AUFHÖREN ZU LESEN!!!!!!
Da steht dann der Daddi Vaddi mit irgend so einem Imperium-Gauleiter-spezial auf der Brücke von nem Sternenzerstörer und guckt zu wie die fleißigen imperialen Bauarbeiter den Todesstern hochziehen. Und alles schaut wieder so billig aus wie in den Episoden 4-6! Zum totlachen! Wahrscheinlich wollte Lucas so die „neue Zeit“ zeigen die jetzt mit dem alten Vadder angebrochen ist. Sogar diese Nazi-Gestapo-Uniformen sind schon da. Echt cool!

Bleibt also der fade Nachgeschmack den man von durchzechten Nächten kennt wenn man wieder keine abgekriegt hat. Entäuschung trifft es am ehesten. Aber sind wir ehrlich: Ich bin keine 12 mehr. Ich besitze ein oder zwei alte Krieg-der-Sterne-Figuren. Ich bin kein Comicbuchverkäufer. Und Lucas: HÖR ENDLICH AUF!!!

Dr. Wurscht
4.7.06 17:18


Kurzgeschichte 1

Acht Jahre ist es jetzt her. Es sieht ganz anders aus als damals. So friedlich und ruhig. Auch die Hotels waren noch nicht da. Der Strand zog sich weiter ins Landesinnere und überall waren Dünen. Dort, wo jetzt die Sonnenschirme stehen, wurden wir an Land gebracht. Ich lag eine Stunde im Sand denn ich war zu schwach um zu laufen. Die anderen rannten, sofern sie konnten, zu den Dünen. George rief hinter uns her:“ Macht das ihr wegkommt, ihr Nigger! Wenn sie euch schnappen seit ihr selbst schuld. Lauft, verpisst euch.“ Aber ich konnte nicht. Niemand half mir. Alle versuchten sich in Sicherheit zu bringen, sie hatten Angst. Ich hätte es nicht anders gemacht. Von den 60 Leuten die mitgefahren waren, kamen nur 25 an. Männer, Frauen, Kinder, Alte und Kranke, doch die meisten hatten die Fahrt nicht überstanden.
Jeder von uns hatte 2500 Dollar an George bezahlt, dass er uns mitnimmt nach Frankreich oder Spanien, ganz egal. Viele haben alles verkauft was sie besaßen. Die meisten von uns kamen von weit her. Aus dem Senegal, Angola oder der Elfenbeinküste. Männer waren dabei, die nur noch ein Bein oder einen Arm hatten. Frauen mit zentimeterlangen Schnittwunden im Gesicht und keiner sprach über seine Heimat, die Kriege oder was ihm zugestoßen war. Alle redeten nur von der Zukunft und das jetzt alles besser werden würde. Ich war nicht so optimistisch, wusste ich doch von einem Freund, der es vorher versucht hatte, dass es sehr gefährlich war. Und selbst wenn man es bis drüben schaffte, konnte es sein das sie einem im nächsten Boot wieder zurückschickten oder in eins der Auffanglager steckten.
Der Tag unserer Überfahrt war sonnig und warm. „Das beste Wetter das man sich vorstellen kann“ tönte George. Er hatte das angeblich schon hundert Mal gemacht, und noch nie hätte er einen Menschen verloren. Er war vergnügt und immer freundlich, doch ich traute ihm nicht über den Weg. Wir legten am Abend um 21 Uhr ab als die Dunkelheit hereinbrach. Das Boot, dass man uns versprochen hatte entpuppte sich als morsches Stück Holz, dass bestimmt schon an die 30 Jahre alt war. Ich wurde langsam unruhig da ich mir nicht vorstellen konnte wie 60 Menschen inklusive Crew auf dieses Wrack passen sollten. Wir wurden an Bord gebracht. Erst die Männer nach vorne und dann die Frauen, die im Heck bleiben sollten. Es war eng, heiß und kaum auszuhalten. Irgendeiner fragte George, wie lange es wohl dauern würde. George sagte, nicht länger als 8 maximal 10 Stunden, sofern das Wetter mitspielte.
Wir versuchten also uns die Situation so angenehm wie möglich zu machen und unterhielten uns angeregt über dies und das, hauptsächlich über Fußball. Gegen Mitternacht spürten wir die ersten Windböen und das Boot begann zu leicht schaukeln. Ich wurde nervös denn man hatte mir erzählt, dass es im Mittelmeer, vor allem in der Meerenge von Gibralta zu plötzlichen Gewittern und Strömungen kommen kann. In der folgenden halben Stunde wurde aus einem lauen Lüftchen ein heftiger Sturm mit meterhohen Wellen. George fluchte unaufhörlich und an Bord brach Panik aus. Alle versuchten sich so gut es ging irgendwo festzuhalten. Ich griff mir ein loses Tau und band es mir schnell um die Hüfte. Die Frauen fingen an nach ihren Männern zu rufen und die versuchten sich zu ihren Frauen und Kindern durchzuquetschen. Vom Heck hörte ich eine Stimme rufen: “Hilfe, sie ertrinkt! Helft ihr doch!“ Aber in der Schwärze die das Boot umgab sah man nichts als die Gischt der Wellen die an den Rumpf des Bootes schlugen und die aufgewühlte See. Eine riesige Welle spülte über die Rehling und riss zwei Männer die neben mir saßen einfach von Bord. Ich versuchte einen an der Hand zu packen, konnte ihn aber nicht festhalten. Als ich mich einmal kurz umsah, trieb eine Frau mit einem Kind in den Händen vorbei, die mir zurief: “Mein Kind! Rette mein Kind! Nimm es!“ Ich griff nach dem kleinen Arm und zog ihn an Bord. Ich drehte mich schnell wieder zum Wasser, aber von der Frau war nichts mehr zu sehen. Das Geschrei an Bord war fürchterlich. Überall versuchten sich die Menschen an etwas zu klammern, hielten sich an anderen fest, die dann mit von Deck gewaschen wurden. Ich hielt das Kind, dass ich aus dem Wasser gezogen hatte, die ganze Zeit so gut ich konnte fest. Ein heftiger Ruck erschütterte den Kahn und ich schlug mit dem Kopf gegen die harten Planken.
Ich verlor das Bewusstsein und erwachte erst wieder als die Sonne heiß auf uns runterbrannte. Das Kind lag nicht mehr in meinem Arm. Auch sonst sah ich es nirgendwo. Nur knapp ein Drittel der Passagiere war noch da. Ein paar saßen still und offenbar geschockt an das Führerhaus gelehnt. Andere weinten und schrieen und trauerten um ihre Familien und Freunde. Es war furchtbar. Ich sah auf das Meer hinaus und begann auch zu weinen. Auch fühlte ich mich schuldig weil ich überlebt hatte. Ich rollte mich auf den Brettern zusammen und schlief ein. Ein dumpfes Geräusch lies mich hochschrecken. Vier meiner Mitreisenden standen um das Führerhaus. Einer hielt eine abgebrochene Planke in der Hand, einer ein Messer. Sie schrieen George an, er wäre an allem Schuld, er hätte sie betrogen was die Fahrt anging. George stand mit einer Pistole in der Hand und dem Rücken zum Steuerrad ihnen gegenüber. Als einer der vier versuchte George anzugreifen schoss der ihm in den Bauch. Der Mann sackte zusammen und blieb liegen. Die anderen drei wichen zurück. „Wer will heute noch ins Gras beißen?“ schrie George und fuchtelte mit seiner Kanone rum, „Ihr verdammten, undankbaren Nigger!“ Die drei Typen verzogen sich ängstlich in eine Ecke. Ich schloss die Augen und betete zu Gott, dass er mich sicher an Land bringen soll. Ich hörte noch Georges Gefluche und das leise Wimmern der Anderen.
Nach 19 Stunden erreichten wir das Festland. Genau hier wo ich jetzt stehe. 8 Jahre ist das her. Ich hatte trotz allem Glück. Ich konnte bleiben. Wenn einer der Hotelgäste aus dem Fenster sieht, sieht er nur ein schönes Stückchen Sandstrand. Wenn ich den Strand sehe, die Sonnenschirme und die Kinder im Wasser denke ich an die, die ihn nie gesehen haben.
4.7.06 17:23


Weapons of Ass-destruction

Weapons of Ass-Destruction

ACH!!!!! Ein Seufzer des Schwermuts entrann meinem Inneren. So las ich das Dokument des Herrn xxx und war geneigt mein Fenster zu öffnen und zu springen. Dummerweise sitz ich in der Penne im ersten Stock, so wäre dies also zum scheitern verurteilt gewesen und ich hätte mir nur ein Bein gebrochen.
Ich beschloss also meinen neu erweckten Wissensdurst durch einen ausgedehnten Spaziergang im World Wide Web zu stillen und fiel bereits auf der Spiegel.de Homepage in tiefe Lethargie. Erinnert wurde ich dort an die von Franz Müntefering (seine Freunde nennen ihn „Münti“) gehaltene Rede zum Thema Kapitalismus. Mein erster Gedanke war: “was läuft denn bitte hier verkehrt?!“ Das ist ja ungefair so wie wenn dem Stoiber aufeinmal auffallen würde, dass die sozialen Strukturen in der BRD den Bach runtergehen und er an die Krankenkassen appelliert die Beiträge zu senken.
Dass dem Lafontain dann diese Heuchelei auffällt und er „sein Parteibuch zurückgeben will“ um als Sozialdemokrat noch in den Spiegel sehen zu können ist fast schon wieder lustig.
Herr Müntefering (alle anderen nennen ihn Arschloch) sollte sich vielleicht mal mit seinem, unserem Kanzler und Partei“genossen“ zusammensetzen und die letzten Jahre noch mal revue passieren lassen. Mir flattern da Bilder durch den Kopf die Herrn Schröder mit so ziemlich allen Topmanagern und Konzernbossen beim fröhlichen Handshake zeigen. Also in puncto Glaubwürdigkeit liegt da einiges im Argen. Da kann der Horsti (Köhler A.d.Ver.) noch so viele Reden halten die dann immer die Kernaussage haben: die Deutschen jammern zuviel, es fehlt an Verantwortung, die Bequemlichkeit muss ein Ende haben.
Aber was ist denn mit der von der SPD so schön eingesetzten „Taktik des letzten Jokers“? Man könnte den Eindruck gewinnen, die Damen und Herren Regierung versuchten in nächtlichen Endzeitorgien mit Schnaps und Nutten immer wieder „letzte Lösungen“ zu finden, um nicht zusagen die „Endlösung“, um einen Wahlsieg der Union doch noch abzuwenden. Da werden dann die Ministerpräsidenten und die Restlichen der Parteispitze ins Kanzleramt eingeladen, bis um 5Uhr früh ein Jägermeister nach dem anderen gekippt, bis mal wieder einer sagt: „Ich hab voll die geile Idee, hey! Wir machen ne’ LKW Maut“ oder „wir erfinden was, des heißt Hartz IV“ oder vielleicht auch „ich stell mich da am Montag hin und sag einfach, dass die Industrie und der Kapitalismus total scheiße ist! Prost Genossen!“.
Doch so was überlässt der Kanzler Anderen. Herr Schröder selbst ist da viel konsequenter. Der plädiert für die Aufhebung des Waffenembargos gegen China um die deutsche Rüstungsindustrie anzukurbeln, welche ja seit langer Zeit einen eindeutigen „deutschen“ Ruf inne hat. Das läuft also nach dem Muster: Wir verkaufen Waffen an unsere sozialistischen Genossenfreunde nach China, dass ja auf dem besten Weg ist selbst vom Kapitalismus gefressen zu werden, um ordentlich Penunsen in die Wirtschaft zu buttern, schimpfen hier im Inland aber eben auf das Kapital und alle bösen Bonzen und Geldsäcke, um der Welt Deutschlands total durchdachte und logische Politik zu verstehen zu geben.
Wäre ich jetzt Brite oder Franzose würde ich mir langsam Sorgen machen und in den Keller gehen um mein Gewehr zu putzen. Da ja bekanntlich nur schlechte Nachrichten ins Ausland gelangen, entsteht in der Zukunft ein folgenschwere Verwirrung: Früher Nazis, jetzt dann doch irgendwie Kapitalisten die aber Kommunisten Waffen verkaufen und aufs Kapital schimpfen.

Ich für meinen Teil werde mich schon früh aus dem Staub machen wenn Rumsfeld, Bush und Condolezza (Scheiß-) Rice rausfinden was hier für ein Haufen an der Macht ist (Parlament!-Volk!-Regierung!). Dann können wir uns echt warm anziehen, Freunde.

Ein hoch auf die Anarchie (so schlimm ist die gar nicht).
4.7.06 17:27


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung