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Neue Welt Ordnung

Neue Welt Ordnung

Als in Hiroshima und Nagasaki die Bomben fielen, erkannte die Menschheit mit Schrecken, dass sie die Büchse der Pandora geöffnet hatten. Im anschließenden kalten Krieg erreichte der Siegeszug der Nuklearenergie in zigtausenden von Atomsprengköpfen auf Seiten der U.S. und A. sowie der UdSSR einen neuen Höhepunkt. So war es nicht verwunderlich das 1962 ein netter grüner Typ namens „HULK“ das Licht der Welt erblickte. Die Story, aus der Feder des Marvel-Meisterhirns Stan Lee und seinem Kumpel Jack Kirby, drehte sich um den Wissenschaftler Dr. Bruce Banner der bei einem von seinen Experimenten dummerweise eine satte Dosis radioaktiver Strahlung ab bekam als er versuchte einen Kollegen zu retten. Bruce mutiert also ab und zu und wird dann zum mächtigen HULK der jeden Leiter eines Anti-Agressions-Seminars zur Verzweiflung bringen kann.
In der Welt der Superhelden ist Gammastrahlung recht beliebt was z.b. auch der „RADIOAKTIV MAN“ bei den Simpsons bestätigen kann.
Man fragt sich doch zurecht ob denn eine solche Mutation tatsächlich möglich wäre bzw. ob nicht irgendein krankes Hirn solche Versuche schon mal durchgeführt hat.
Die Antwort darauf erreichte die Öffentlichkeit vor gut zwei Monaten: die russische Journalistin und Kreml-Kritikerin Anna Politkowskaja wird am 07.10. in Moskau erschossen. Der Verdacht fällt auf die Regierung, die wohl nicht ganz so froh über die Berichterstattung war. So denkt auch der im Londoner Exil lebende Litwinenko, der daraufhin Voll-Präsi Putin beschuldigt, in die Sache verwickelt zu sein. Im Oktober trifft sich Litwinenko mit dem ein oder anderen Geheimdienstkumpel, angeblich um Beweise für Putins Mittäterschaft im Politkowskaja-Mord zu sammeln. Am 03.11. wird dann der „aufrechte Kämpfer für ein freies Russland“ mit Verdacht auf Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Am 23.11. stirbt er an einer Vergiftung durch Polonium-210. Postum wird ein Schreiben veröffentlicht in dem der Herr Litwinenko wieder den Herrn Putin beschuldigt, ihn umgebracht zu haben. Soweit die Fakten. Die angeblichen Täter sind immer noch auf freiem Fuß und es tauchen ständig neue Vergiftungsopfer auf.
Jetzt die Wahrheit, die selbst die BBC nicht für möglich halten würde:
Zu Beginn des Jahres 1960 entwickelte Stan Lee bei campen am Eeriesee die Figur des Hulk der dann 1962 im gleichnamigen Comic-Buch das Licht der Welt erblickte. Igor Sagujev aka. Hank Brown, seines Zeichens Aufklärer des russischen Geheimdienstes KGB, war zu dieser Zeit in Chicago stationiert und ein großer Fan der amerikanischen Kultur insbesondere von Comic-Büchern. Da Igor auch stinkefaul war und alle seine Berichte die er alle 6 Wochen abgeben musste frei erfand, schickte er dem KGB im Oktober '62 einen Bericht, in dem er exakt die erste Geschichte des HULKS niederschrieb. Da er früher schon schlimmere Geschichten abgeliefert hatte, dachte er sich nichts dabei. Ihm war nur wichtig jeden Monat seinen Scheck zu bekommen. Doch anscheinend hatte er im Moskauer Hauptquartier einen wunden Punkt getroffen. Er bekam zwei Wochen später ein Schreiben in dem seine Chefs ihn darauf hinwiesen, wie wichtig seine Mission sei und das sie unbedingt mehr Informationen brauchten. Igor staunte nicht schlecht über diese Resonanz und ging schnurstracks zum Kiosk um die neuste Ausgabe vom HULK zu kaufen. Es war schließlich nicht sein Problem, dass die Hornochsen in Moskau keinen Sinn für Humor hatten und alles so bierernst nahmen. Als der KGB immer häufiger Kontakt zu ihm aufnahm und ihn bedrängte neue Informationen zu liefern wurde es ihm endgültig zu dumm. Er sagte servuz zu Väterchen Russland und marschierte in die Chicagoer FBI-Zentrale. Dort berichtete er von seiner Arbeit und hatte damit reichlich Lacher auf seiner Seite. Die amerikanischen Kollegen zeigten sich von der Geschichte derart angetan, dass sie ihm völlige Imunität versprachen und ihm eine neue Identität als Melonenfarmer in Arkensas zuteilten. Igor Sagujev hatte danach nie wieder etwas mit dem KGB zu tun und starb 2002 an einem Herzinfarkt auf seiner Farm.
Die Herren in Moskau flippten total aus. Als sie der erste Brief erreichte beriefen sie sofort eine Sondersitzung ein die über die unglaublichen Neuigkeiten beraten sollte. Zwar wussten sie von ihren eigenen Wissenschaftlern, dass radioaktive Strahlung Mutationen hervorrufen konnte, doch das ein Mensch solch unglaubliche Kräfte entwickeln konnte und noch dazu ansonsten unversehrt blieb beunruhigte sie ungemein. Die Horrorvision einer amerikanischen Supermenschenarmee brachte sie um ihren ohnehin leichten Schlaf. Man beschloss ein wachsames Auge auf diese Entwicklung zu haben und berief einen Sachverständigen Rat der unter dem Decknamen „Operation: Inka“ und unter strengster Geheimhaltung in den folgenden Jahren agierte. Nachdem der Kontakt zu ihrem Agenten Sagujev abriss und es in Russland zu schwierigen politischen Veränderungen kam, wurde beim KGB beschlossen die gesamte „Operation: Inka“ in einen unterirdischen Bunker in der sibirischen Steppe zu verlegen. Nicht einmal die höchsten Vertreter der Regierung wussten davon, weil die KGB-Jungs nicht viel von Parteibonzen hielten. Man überließ wichtige Entscheidungen nun mal nicht irgendeinem vodkasaufenden Stinkstiefel im Kremel. Wenn der imperialistische Kapitalismus vor der Tür steht, muss man immer ein Ass im Ärmel haben, dachten sie. So zogen Anfang der 70er Jahre etwa 300 Physiker, Biologen und Chemiker plus deren Familien in die unterirdische Bunkerstadt „Bolveskov“. Der Arbeitsauftrag lautete: Findet einen Weg, Menschen durch radioaktive Strahlung zu Supermenschen zu machen. Alle die in diesem Projekt involviert waren wurden ständig überwacht. Der Geheimdienst übertraf sich bei dieser logistischen Meisterleistung selbst. Allein die Bezahlung der Arbeiter und das Unterhalten der Kolonie „Bolveskov“ verschlangen in der 70er und 80er Jahren einen Großteil des Etats. Der Rest wurde durch Schwarzkassen und internationale Waffendeals aufgebracht.
Es gelang ihnen dieses Mammut-Projekt über all die Jahre geheim zu halten bis sich in den späten 80er Jahren der Untergang des Sowjetreichs abzeichnete. In einer Geheimkonferenz am 27.09.1988 in Sevastopol entbrannte eine heftige Diskussion zwischen den Hardlinern des zugrundegehenden Kommunismus und den reformwilligen Vertretern des „neuen Russlands“. Letztere wollten „Operation: Inka“ endgültig zu den Akten legen da die ganze Geschichte offensichtlich auf einem faulen Agentenwitz beruhte und immer noch Unsummen verschlang die man Mittlerweile durch hochriskante Ölgeschäfte zusammenkratzen musste. Ausserdem wurden die Forschungsberichte aus dem Bunker von Mal zu Mal merkwürdiger. Wo Anfangs noch rationale Fakten und Zahlen von engagierter Arbeit zeugten, blieben am Schluss nur noch Strichmännchenzeichnungen übrig und so langsam schien man im KGB-Hauptquartier zu begreifen, dass es wohl keine andere Möglichkeit gab, als das Projekt zu beenden. Doch niemand fühlte sich zuständig. Als schließlich die Berliner Mauer fiel und sich die Sowjetunion auflöste geriet alles in Vergessenheit. Alte Generäle schieden aus dem Amt, Stellen wurden gestrichen und letztendlich blieb die unterirdische Kolonie nur noch als ein gigantischer Posten auf der Monatsabrechnung. Da es zu diesem Zeitpunkt eine riesige Menge an laufenden Geheimdienstoperationen gab, wurde kurzerhand beschlossen sämtliche Aktivitäten aus Kostengründen einzustellen.
Am 04.April 2005 erreichte also der Brief aus dem Kreml die Kolonie. Weil dieser unzureichend frankiert war lag er 15 Jahre lang in einem Postamt in Noril'sk. Der Briefträger brauchte zwei Wochen um den Eingang des Bunkers zu finden und benötigte die Hilfe von drei einheimischen Führern von denen zwei von Bären gefressen wurden. Endlich am Ziel klopfte er ein paar mal an der schweren Eisentür und nachdem Niemand öffnete trat er mit dem verbliebenem Führer den Rückweg an. Durch die Haufen an Überstunden die er in den zwei Wochen gemacht hatte gewährte man ihm drei Tage Sonderurlaub in Moskau. Dort betrank er sich in einer schmierigen kleinen Kneipe und quatschte sturzbesoffen die nächstbeste Tussi an die ihm über den Weg lief. Sie hieß Anna und arbeitet als Journalistin in Moskau. Während er sie in einem schäbigen Hotelzimmer auszog, redete sie pausenlos über die Regierung, über Putin und den hässlichen Geheimdienst. Ihm war das egal solange er bekam was er wollte. Als er fertig war und sie das erste mal an diesem Abend die Klappe hielt, erzählte er ihr die Story von seinem aufregendem Trip in die sibirische Tundra und auch von dem merkwürdigem Bunker. Sie hörte aufmerksam zu und machte sich einige Notizen in ihrem Block den sie aus ihrer Tasche gezogen hatte. Als er erwähnte, dass der Brief einen Regierungsstempel hatte wurde Anna ganz aufgeregt. Sie fragte ihn solange aus bis er es nicht mehr aushielt und fluchtartig das Hotel verließ. Anna machte sich am nächsten Morgen sofort an die Recherche zu dieser außergewöhnlichen Geschichte.
Die Bewohner von „Bolveskov“ staunten nicht schlecht als ihnen so mir nichts dir nichts gekündigt wurde. Die Kolonie hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt prächtig entwickelt. Kinder wurden geboren und man hatte es sogar geschafft vollkommen selbstversorgerisch zu leben. Der Bürgermeister von „Bolveskov“ berief einen Stadtratssitzung ein um zu überlegen was zu tun sei. Viele Familien wollten jetzt, da sie nichts mehr unter der Erde hielt endlich wieder an die frische Luft. Andere, besonders die fanatischen unter den Wissenschaftlern, bestanden darauf das Projekt erfolgreich zu beenden, stand man doch schon so kurz vor dem Durchbruch. Sie waren fest davon überzeugt, dass eine bestimmte Menge an Polonium-210 in Verbindung mit einem Enzym das hauptsächlich in Thunfischen zu finden sei, eine Reaktion im menschlichen Körper hervorrufen könne, die denjenigen zu einem muskelbepacktem Kampfkoloss machte. In Wahrheit war dies kompletter Unsinn. Schließlich wurden die Fanatiker überstimmt und man löste die Kolonie auf. Die Familien verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen, über ihren Verbleib ist soweit nichts interessantes zu berichten. Ein kleiner Rest Wissenschaftler war nach der Schließung ihres Bunkers so aufgebracht, dass sie sich unter wildem Geschrei in die Tiefen des Komplexes zurückzogen und diesen auch unter keinen Umständen verlassen wollten. Diese Splittergruppe begann Anfang des Jahres 2006 die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie suchten seitdem in Moskau und in anderen Städten nach geeigneten Testpersonen. Denn bisher hatten sie ihre Ergebnisse noch nicht überprüfen können. Man fand Ende Mai einen geeigneten Probanden in London. Er war Journalist und auf Putin nicht gut zu sprechen. Er hieß Litwinenko hatte den passenden Körperbau und erfüllte auch sonst alle wesentlichen Voraussetzungen. Dimitri Vassilowitsch war mit der Observierung von Litwinenko betraut worden und staunte nicht schlecht als dieser sich mit der Berufskollegin Politkowskaja in einem Sushi-Lokal in der Londoner Innenstadt traf und diese ihm von einem ominöses Geheimprojekt in Sibirien erzählte. Sie wusste zwar nicht all zu viel doch reichte es aus um Vassilowitsch den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Unverzüglich stellte er Kontakt zu dem Rest der Wissenschaftler-Gang in Russland her und wartete auf Befehle, was jetzt zu tun sei. Ohne lang zu beraten stand fest: die Frau muss weg. Doch sollte es in Russland passieren und nicht im kapitalistischen Ausland noch dazu bei den verhassten Briten.
In Moskau wurde alles für die Exterminierung von Politkowskaja vorbereitet. Ein tscheschenischer Auftragskiller wurde angeheuert der am 07.10. seinen Job sauber und fachgerecht erledigte. Da die Ermordete auf der Liste der von der Regierung meist gehassten Personen sehr weit oben stand verdächtigte die gesamte internationale Presse den Regierungschef Putin und seinen Geheimdienst in die Ermordung verwickelt zu sein. Alles lief also wie am Schnürchen für die Wissenschaftler. Doch als Litwinenko vor die Presse trat und behauptete Anna sei wegen ihrer Recherchen getötet worden, wurde es langsam Zeit zum Handeln. Natürlich konnte Litwinenko nicht wissen, dass Putin von „Bolveskov“ nicht das geringste wusste. Es wurde also ein Plan entwickelt der vorsah Litwinenko in seinem Lieblingssushilokal eine Dosis Polonium zu verabreichen . Diese sollte dann mit der Einnahme des Thunfischs nach ca. fünf Stunden die gewünschte Reaktion herbeiführen. Wenn dennoch etwas schiefgehen sollte, wies der Plan keinerlei Risiken auf. Alle würden den jetzigen Geheimdienst bzw. den Kreml verdächtigen sofern Litwinenko entgegen aller Berechnungen sterben sollte. Keiner wusste von den Bolveskoviern. Würde aber der Versuch gelingen, blieb nichts anderes übrig als Litwinenko einzuweihen und ihm alles zu erzählen.
Der Versuch schlug fehl. Litwinenko zeigte keinerlei übermenschliche Reaktionen. Im Gegenteil: es ging zu ende mit ihm.

Soweit so gut.

To be continued...

Dr.Wurscht
2.12.06 02:20


Die David-Hasselhoff-Generation

Generationen bekommen des Öfteren sehr passende Namen: Generation X, Generation Nokia, Null Bock Generation etc. p. p. Nur für meine Generation ist der Presse und den Soziologen nichts vernünftiges eingefallen.
Alle die zwischen `77 und `83 geboren wurden empfinden das vielleicht ähnlich. Denn während spätere Generationen immer betitelt werden konnten und sich immer schlaue Schlagworte finden ließen waren damals wohl gerade alle zu beschäftigt um sich auch noch darum zu kümmern. Obwohl wir ja prägend waren für die, die noch kommen sollten.
Wir waren schließlich die ersten für die Mtv selbstverständlich war, die mit Privatfernsehen und dem damit ausbrechenden Werbeboom aufwuchsen. Wir waren die ersten die wie keine andere Generation vor uns kommerzialisiert wurden, die in das Haifischbecken der Konzerne geworfen wurden und zur Zielgruppe degradiert wurden. Denen man alles bis zum Erbrechen in den Hals stopfte, die man mit noch so großem Schwachsinn füttern konnte und denen man nahezu alles verkaufen konnte egal wie dämlich es auch war. Man braucht sich nur eine CD mit den Hits der 90er anzuhören.
Wir waren der Pilot zur Serie: „Auf in die 90er“ mit der Fortsetzung: „The Next Millenium“. Aber über die Folgen einer Sozialisierung durch Knight Rider und dem A-Team dachte damals keiner nach. Wenn erst David Hasselhoff und später Homer Simpson einem die Welt erklärt, könnte man aus der heutigen Sicht davon ausgehen, dass eine ganze Generation humorvoller, mutiger und selbstbewusster junger Menschen daraus hervorgegangen sei. Leider nicht! Denn nur Wenigen ist diese Art der Fernsehunterhaltung gut bekommen.
Uns wurden früh Ideale und Visionen genommen, was sicherlich auch die Entstehung von Sendungen wie die „80er Show“ oder die „90er Show“ erklären. In diesen, von RTL produzierten Sendungen, erzählen Menschen etwas über diese Zeit die im Schnitt alle schon über 30 sind. Kaum einer erzählt wie witzig es war, als man nach der Tschernobyl-Katastrophe nicht mehr draußen spielen durfte. Wie merkwürdig es war David Hasselhoff auf der Berliner Mauer tanzen zu sehen. Und wie schrecklich es ist die wirklich schlechtesten Songs aus dieser Zeit von den abgehalfterten „Original Artist“ dargeboten zu bekommen.
Wenn wir diese unsägliche Beschönigung zur besten Sendezeit in der Glotze sehen, so kommt uns diese Zeit merkwürdig fremd vor. Als hätten Dinge stattgefunden die man selbst entweder nicht bemerkt oder auf die man geschissen hat. Wären wir damals nicht reihenweise verblödet würden diese Rückblicke anders aussehen. Doch änderte sich damals die Weltordnung und mir scheint wir haben einfach in dem ganzen Trubel vergessen die uns vereinnahmende Wirtschaft zum Teufel zu schicken. Wir haben uns instrumentalisieren lassen und ließen uns von der Aufbruchstimmung lähmen. Nie war eine Generation vor uns so unpolitisch. Was gar nicht verwunderlich ist sieht man sich mal die Ikonen dieser unserer Zeit an, die gleichaltrigen Film- und Popstars die uns noch hätten retten können:
Superstar Justin Timberlake entstammte einer der zahlreichen Boybands deren Platten wir Millionenweise kauften weil die uns mit nichtsagendem Weichspülersound nicht forderten geschweige denn uns irgendetwas zu sagen hatten. Sie wollen gefallen nicht mehr nicht weniger.
Oder Sarah Kuttner, die hierzulande sogar von seriösen Zeitungen wie der SZ schon als „Sprecherin ihrer Generation“ betitelt wurde. Ihres Zeichens aus der ehemaligen DDR kommend ist sie das beste Beispiel unserer Generation.
Dazu kommen noch etliche andere wie Britney Spears, Jessica Simpson, Jeannette Biederman und und und....
Alles nur weil heute jeder ein Star sein will was uns über die letzten 25 Jahre auch lang genug eingetrichtert wurde. Der unterschied ist das man auch komplett talentfrei zum sogenannten Held seiner Generation aufsteigen kann. Und das wiederum, weil wir beschlossen haben lieber berühmt zu sein und nichts zu sagen als sich mit etwas zu identifizieren und dafür einzustehen.
So viel dazu
Dr. W.

7.11.06 23:16


Das Darwinexperimentterrarium

Dies ist die chronologische Abfolge meiner Untersuchungen.

Das Darwinexperimentterrarium, kurz: D.E.T., nahm am 8.9.2006 seinen Betrieb auf. Seitdem läuft die Biosphäre einwandfrei und ohne Zwischenfälle. Die Biosphäre dient weder zur Belustigung noch ist sie dazu da Tiere zu quälen oder zu töten. Sie dient lediglich wissenschaftlicher Erkenntnisse.

CHRONOLOGIE:

08.09.2006:

Zwei Zwergkrallenfrösche (Z.K.F.1 & Z.K.F.2) und einige Wasserschnecken wurden im D.E.T. angesiedelt.

16.09.2006:

Eine Mangrovenkrabbe (Mr. Krabs) bezog das D.E.T.

16.09.2006:

Zwischenfall im Aquasektor A: Mr. Krabs frisst einen der Zwergkrallenfrösche.

27.09.2006:

Toter Zwergkrallenfrosch (Z.K.F.1) wurde entdeckt und geborgen. Gesundheitszustand vor dem Angriff: unklar. Autopsie nicht möglich.

Ergebnis: Überlegenheit von Mr. Krabs nicht einwandfrei festzustellen da vermutlich äussere Umstände zum Tod von Z.K.F.1 führten

20.09.2006

Z.K.F.2 von Mr. Krabs verspeist. Videoaufzeichnungen nicht aufschlußreich da auch gesundheitlicher Zustand von Z.K.F.2 sehr fraglich.

01.10.2006

Eine Gottesanbeterin (Gottfried) bezieht das D.E.T.

03.10.2006

Eine Kreuzspinne und eine Schnecke (Gerry) beziehen das D.E.T.

04.10.2006

Spinne floh aus dem D.E.T. Sicherheitsleck wird geschlossen.

Heuschrecken beziehen D.E.T., sollen als Nahrung für Gottfried dienen.

Gottfried baut sich eine Art Kokon (Oothek); weiße, schaumähliche Substanz wird am Hinterteil abgesondert die sich schnell verfestigt und zur Eiablage dient.

05.10.2006

Gottfried endlich bei der Nahrungsaufnahme beobachtet, Mr.Krabs verschmät bisher Wels-Futter, langsam bahnt sich Schneckenplage im Aquasektor A an.

Temperatur Wasser: 24°

Temperatur Luft: 25°

07.10.2006

Bis jetzt keine Veränderung des Ootheken. Mr.Krabs hat sich das erste mal gehäutet.

Temperaturen in beiden Sektoren normal.

09.10.2006

Kaktus verendete an unbekannter Krankheit. Mr. Krabs isst tatsächlich nahezu alles. Jedoch kann mittlerweile ausgeschlossen werden, dass er ZKF 1+2 getötet hat. Absolut kein räuberisches Verhalten festzustellen.

13.10.2006

Wassertemperatur: 24°

Lufttemperatur: 25°
4.10.06 14:11


Der Papstbesuch

Der Papstbesuch.
Im Vorfeld stand bereits fest, dass viele die Stadt wegen des Besuchs von Ratzi verlassen würden. Auch ich wollte am Samstag um halb sechs schon die Hälfte der zweitägigen Watzmanntour bestritten haben, doch wurde ich leider krank und blieb deswegen in der Hauptstadt.
Wie befürchtet, und allen guten Vorsätzen zum Trotze, ließ ich mich durch die knallharte Berichterstattung vom Bayerischen Rundfunk doch noch überreden, einmal in die Stadt zu schauen. Als ich also am Stachus aus der Trambahn stieg, überkam mich doch ein klammes Gefühl, und ich mahlte mir schon aus, wie die geballte Kraft von 50.000 Katholiken einen alten Agnostiker wie mich zu Staub verwandeln würde wie Sonnenlicht einen Vampir. Aber zum Glück haben es die hiesigen Kirchengeher nicht so mit dem Heidenanzünden, weshalb ich unbeschadet zum Marienplatz vorstoßen konnte.
Man kann ja einiges über die Katholen sagen aber geschäftsbewusst sind die schon! So gab es bei Leder-Meier „10% Papstrabatt“ und das Domradio preiste sich selbst mit dem Superslogan: „Der gute Draht nach Oben“. Respekt! Sogar mit einem Augenzwinkern. Daneben gab es noch diverse Reliquienhändler die Papst-Buttons, Papsttücher, Papstbecher und Papstgeldbeutel im Angebot hatten.
Am Marienplatz warteten grob geschätzt 1,5 Mio. Mensch auf den Pontifex, der aber noch etwas auf sich warten ließ. So blieb mir etwas Zeit die sakrale Stimmung in mich aufzusaugen und ein leckeres Papstbier aus dem Kaufhof zu trinken. Recht niedlich war die tunesisch oder ägyptisch aussehende Verkäuferin, die ihre Kollegin ganz überrascht fragte, „was denn da heute los sei?“. Die wiederum, sichtlich entrüstet, entgegnete ihr, beschämt von soviel unwissendem Heidentum:“ DER PAPST!“, was der netten jungen Dame so irgendwie überhaupt nichts sagte. Sehr charmant, das Mädel. Meine Wartezeit wurde von einer Gruppe hyperaktiver 16jähriger verschönt, die aufgelöst und orgasmisch erregt nur noch zu stockenden Sprachfetzen in der Lage waren, diese aber ohne Punkt und Komma wild durch die Gegend schrieen:“ Oh mein Gott (sic!) Ichmussdavorichwillihnsehen....ach..warumbinichnursoklein...SANDRA!!!kommher...FOTO.....woisderdenn???!!!“
Und dann war ER da. Ich sah natürlich nicht das geringste. Hören konnte ich auch nix. Also ging ich wieder heim.
Auf dem Heimweg mahlte ich mir aus, wie wohl mein Auftritt als Papst auf dem Marienplatz abgelaufen wäre:
Zunächst wäre ich seriös mit der U-Bahn angereist. Dann, ich komme aus den Katakomben, ertönt „In-A-Gadda-Da-Vida“ und ich begebe mich zu meinem Thron aus menschlichen Schädeln. Anschließend verkünde ich die neuen 10 Gebote und singe mit den Menschen „Holy War“ von Man-O-War. Zum Schluss beiße ich einer Fledermaus den Kopf ab, sammle das Blut in einem Kelch und feiere mit allen die heilige Kommunion.
Das wäre ein Fest!
Bis bald, Amen und aus
Dr. theo. Wurst

P.S.: Musiktipp zum Papstbesuch: Die neue SLAYER!
9.9.06 18:53


Kastenlauf & ksFH Abschlußfeier

14. & 15.07.06
1.) ksFH Abschlußfeier
2.) Kastenlauf

1. Wiedererwartend hatten es ein paar eifrige Studenten geschafft, nach 8 Semestern die Fachhochschule abzuschließen und baten aufgrund dieses Anlasses zum Umtrunk.
So gegen 21.00 Uhr traf ich also am Ort des Geschehens ein und war über die etwas maue Stimmung enttäuscht. So nach und nach trudelten dann einige bekanntere Gesichter ein und nachdem die zwei Bands mit ihrer Performance fertig waren machte das Gerücht die Runde, es würde noch eine Karaoke Veranstalltung geben. Das war natürlich der Schalter den es umzulegen galt um die Party anzuschmeißen. Ich gab als „Intro“ den Smash-Hit „Unchain My Heart“ zum besten allerdings alles andere als textsicher. Es folgte ein bunter Reigen fröhlicher Melodien wie z.B. Roxettes’ „Sleeping in my car“ als Duett, das vollkommen geniale „Unbreak my heart“ von Toni Braxton und, vierstimmig, Europe mit „Final Countdown“. Die Menge tobte. Nicht zu vergessen war die souveräne Darbietung von „Time of my life“. Hierfür nachträglich: RESPEKT. Gut das die meisten die Hochschule jetzt verlassen haben sonst müsste unsereiner wahrscheinlich noch den einen oder anderen müden Spruch von Seiten der Belegschaft hinnehmen. Ein lustiger Abend ging zu ende. Zum Glück sind Semesterferien.
2. Ein klein bisschen angeschlagen präparierte ich mich am Samstag für den alljährlichen Kastenlauf. Dieses Jahr trafen wir mit unserer Piratenverkleidung voll ins Schwarze. Max Power und Dr. Wurscht schleiften ihre Schatzkiste also zur U-Bahn. Zeitlich etwas knapp bemessen stiegen wir am Sendlinger Tor dummerweise in die U3 und bemerkten erst am Bonner Platz unseren Irrtum. Nun wurde es wirklich knapp und auch als wir von zwei Typen fälschlicherweise als St.Pauli-Fans identifiziert wurden, tat das unserem Sportsgeist keinen Abbruch.
An der Studentenstadt hasteten wir zum Start und mussten panisch feststellen, dass sich der Grossteil der anderen Penner bereits auf dem Todesmarsch zur Werneckwiese befand. Nur ein kleines Grüppchen stand noch biertrinkenderweise am Start rum. Aber nicht mit uns, ihr Landratten, dachten wir uns. Also Segel gesetzt und ab die post. Wir machten auch noch einige Plätze gut und erreichten die Schatzinsel deutlich vor der letzten Gruppe. Geschätze Platzierung: 16.ter von vielleicht 30. Teams. Nach dem herzlichen Wiedersehen mit den anderen Vollassis, wurde erst mal die Schatztruhe gelehrt. Nach einiger Zeit wurde dem Doktor etwas flau im Magen und nach einem Bad im Kleinheßelohersee kam das ganze getrunkene Bier wieder zum Vorschein. Unter der Aufsicht von Max Power und dem Massa, die Situation natürlich schamlos ausnutzte, und zahlreichen flanierenden Passanten, machte sich der Doc also zum wiedereinmal zum Vollaffen. Kurze Zeit später brachen wir, aufgrund nicht zu entschuldigender Ausfallerscheinungen vom a.S., Richtung Streetlifefestival auf. Das herumliegende Leergut wurde von den Pfandpiraten eingesammelt und an der Tanke wieder gegen Bier getauscht. Auf der Leopoldstrasse gaben wir dann noch einige Stimmungshits aus dem Fußball- und Proletenliederbuch zum besten und fanden letztendlich vor der Uni-Mensa eine hübsche Bank auf der wir uns erst mal ausruhten. Dr.Wurscht transformierte sich, wahrscheinlich wegen des Bieres, zu Amboss, dem stärksten Mann der Welt. Die anschließende Posing-show fand aber, vor allem beim weiblichen Publikum, nicht die gewünschte Beachtung. Per pedes ging es dann nur noch auf nach Hause.
Alles in allem ein recht witziger Kastenlauf. Nur schade, dass so wenig los war. Nächstes Jahr bitte mehr neue Gesichter und regere Beteiligung.
ARRRRGGGGHHH!
Ahoi, Mast und Schotbruch wünscht Dr. Wurscht a.k.a. Amboss.
22.7.06 00:28


Helfensteinfestival 2006

Helfenstein 07.-09.07.2006
Warum tut man sich diese Festivals eigentlich an? Nun ja, rational lässt sich das wohl nicht erklären und ich glaub auch, dass es mein letztes gewesen ist.
Nichts desto trotz sattelten wir Freitag Nachmittag die Familienkutsche und machten uns auf die Reise in das schöne Baden-Würtenberg. Nachdem wir uns im Kaufland mit Wurscht und Wein eingedeckt hatten, schlugen wir auf dem über der Stadt auf einem Hügel gelegenem Festplatz unser Lager auf. Vorgesehen war, dass uns der Vorrat das ganze Wochenende reichen sollte, was natürlich aufgrund der Alkoholkrankheit von mir und Max Power nicht klappen konnte. Unsere Zeltnachbarn waren alle sehr nett nur ein bisschen zu viel Heavy Metal. Als wir aber die Powerhits-Kassette mit den Dancefloorkrachern einlegten groovten auch die härtesten Metaller. Musik gab es dann auch noch, nämlich THE REAL McKENZIES. Sehr gutes Brett für den ersten Abend auch wenn wir eher durch um- und hinfallen auffielen. Die Erkenntnis, dass das Publikum immer dasselbe bleibt und ich einfach älter werden, klingt hart ist aber so! Danach bei Zelt mit Nachbarn weiter gegrölt, hauptsächlich „von hier an blind“ und diverse Gassenhauer von den Sportis. Sehr schön gewesen. Die komplette Alkoholration wurde an diesem Abend ihrer Bestimmung zugeführt.
Als es ans zu Bett gehen ging lag der Max Power plötzlich Kopf voran im Zelt und gab nur noch nach Tier klingende Laute von sich. Rookie L., die bereits früher die Nachtruhe aufsuchte versuchte noch mit ihm zu kommunizieren, jedoch ohne Erfolg. Max schaffte dann doch noch aufzustehen und neben den Opel zu reiern, das Zelt und L. danken es ihm. Dem Doktor erging es am Morgen ähnlich und versammelte Mannschaft konnte mir beim rückwärtsessen zusehen. Geschockt von soviel Peinlichkeit beschlossen wir dem ganzen Treiben den Rücken zuzukehren und zum Baden zu fahren. Der See musste nach unserm Besuch dekontaminiert werden und dient jetzt soweit ich weiß als atomares Endlager.
Zurück auf dem Zeltplatz erfuhren wir, dass es schon die ersten Alkoholleichen gegeben hatte. Unser Nachbar trank mit seiner Freundin eine Flasche Whiskey und landete danach im Krankenhaus. Tja, schade das wir immer die lustigsten Sachen verpassen. Um wieder in Stimmung zu kommen beschlossen wir uns RANTANPLAN aus Hamburg anzusehen, was aber nach kurzer Zeit aufgrund fußballfeidlicher Statements von Seiten der Band abgebrochen wurde. Es ist noch anzumerken, dass wir einen sehr feinen Hut fanden auf dem „HEAD BANG“ stand. Max Power stolzierte mit dem gefundenen Bekleidungsstück über den Festplatz bis ihm ein unmoralisches Angebot von Seiten einer, mit ner sehr schönen Zahnspange ausgestatteten, etwa 17jährigen Punkerbraut gemacht wurde. Die Einladung zum Knutsch-gegen-Hut Geschäft wurde dankend abgelehnt und ich wurde als Max’ Gschmusi vorgestellt. Denn: besser schwul mit Hut als Hete ohne Hut.
Das EXPLOITED Konzert war nicht der Rede wert und der Rest des Abends auch nicht.
Sonntag war Mittelaltertag und wieder nicht nach unserem Geschmack und so wurde der Rückzug angetreten.
12.7.06 17:28


Schönes Fernsehen

Fernsehen ist zur zeit eine sehr feine Sache. Nicht nur weil es sich meinem geistigen Verfall langsam annähert, nein, sondern auch weil wieder mal der sprichwörtliche Bär los ist im Staate Deutschland.
Schon seit einigen Wochen bekommt der aufmerksame Zuschauer recht hübsche Bilder aus diversen französischen Städten verabreicht die allesamt mit dem Protest und den daraus resultierenden Demonstrationen der Studenten zu tun haben. Unis werden geschlossen, man solidarisiert sich mit den jungen Menschen denen allesamt der Arsch auf Grundeis geht weil sie Befürchten in ihren angestrebten Jobs, wohlgemerkt angestrebten und nicht tatsächlich vorhandenen, nach 2 Jahren einfach so mir nichts dir nichts wieder rausgeschmissen werden können. Premier Villepin hat nicht den Mut sich hinzustellen und zu sagen: “Hört ma, Kinder: Berufstrinker und Dorftrottel sind und bleiben doch sowieso unkündbar. Das versprch ich euch. Und jetzt geht ma wieder in die Uni, ihr Versager!“. Das solche Provokationen Wut auslösen ist klar. Und die entlädt sich bei schön anzuschauenden Straßenschlachten mit der Polizei. Da wird sich auch kräftigst solidarisiert: Die Polizei haut die Studenten, die Studenten hauen die Polizei und die Ausländer aus den Banlieus verhauen alle. So sieht also Momentan die Lage in Frankreich aus, ein Ende ist nicht in Sicht.
Bei uns hingegen passiert etwas viel komplexeres. Hatte man vor einigen Jahren beim Thema „Gewalt an Schulen“ noch den „Irren aus Erfurt“ im Kopf, der aufgrund von zuviel Counterstrike-Gezocke und zwanghafter Masturbation beschloss ein bisschen „Entenschiessen“ zu spielen, so erschließt sich dem treuen Freund von Sendungen wie Taff, Blitz, Exclu- bzw. Explosiv oder der BR Rundschau ein wahrer Schulgewaltholocaust.
Berichte über Gewaltexzesse an Deutschlands Schulen, vermutlich ausgelöst durch die Verbreitung von fiesen Horrorvideos von Handy zu Handy, lassen bereits jetzt Pädagogen und Politiker im Quadrat springen.
So wie zum Beispiel in Osnabrück wo ein junger Vertreter der Parallelgesellschaft dem netten Onkel vom Fernsehteam strahlend sein Mobiltelefon (Nokia, neustes Modell, 4 Megapixel, Bluetooth) unter die Nase hält und meint: zieh dir des ma rein. Im Folgenden sieht man einen Lehrer dem während des Unterrichts die Hose runtergezogen wird. Ein anderes Filmbeispiel zeigt einen Kerl der volle Möhre gegen einen Stromkasten läuft, mit dem Kommentar: des musste der machen sonst kriegt der Schläge. In der Drehpause schnorrt sich der Kameramann und der Ton-heini türkische Roth-Händle Zigaretten von einem Sechsklässler. Der Reporter tauscht per Bluetooth einen kürzlich mit der PRO-7 Sekretärin entstandenen Hardcore-porno, was der Hosenscheißer vor laufender Kamera mit: „das Härteste was ich je gesehen hab!“ kommentiert.
Berlin-Neuköln, sagt eine autoritäre Männerstimme, der Schauplatz einer bisher nie gekannten Art von Gewalt an Deutschlands Schulen. Schnitt. Rauchschwaden ziehen an der Kamera vorbei. Aus gut 350 Meter Entfernung geduckt in einem Spielplatzhäuschen liegt der Kameramann und zoomt an das Eingangstor der Schule. Beim näheren Hinsehen sind noch die Reste der Namensplakette zu erkennen, dort steht, marmoriert von einigen Blutspritzern: RÜTLI-Hauptschule. Hinter dem Zaun der das Schulgelände von der Straße trennt Schmeißen einige Hosenscheißer mit Steinen oder ähnlichem auf eine Gruppe von Menschen mit „Bild“ oder „RTL“ Schriftzügen auf ihren Jacken die sich hinter einem brennenden Müllkontainer in Deckung bringen konnten. Auf dem Schulhof haben die Schüler, allesamt mit flotten Bushido-Haarschnitt, einen Scheiterhaufen aus Stühlen, Tischen und Mathebüchern errichtet und tanzen lauthals singend um ihn herum. Zum Repertoi gehören alte Gassenhauer wie „School’s Out“ von Alice Cooper, „My Generation“ von The Who aber auch neuere Stücke von Bass Sultan Hengzt oder eben Bushido. Man hört plötzlich Sirenen und Einsatzwägen des SEKs rauschen die Straße hinunter um die Reporter zu retten. Beim Verlassen ihrer Fahrzeuge regnet es Pfeilen aus den höhergelegenen Klassenzimmern in denen sich die Infanterieregimenter der Hauptschüler in Stellung gebracht haben. 28 Polizisten sterben sofort der Rest flüchtet zu Fuß aus Neuköln. Der Bericht endet abrupt als vor der Kamera ein Fünftklässler auftaucht in der einen Hand den Kopf vom Direktor in der anderen einen spitzgefeilten Schraubenzieher.

Was geht da ab an deutschen Schulen und vor allem wo führt das hin? In Bayern zeigt das Handyverbot schon Wirkung. Die ganzen verprügelten Streber können jetzt nämlich nicht mehr nach Hilfe rufen. Von so einem ausgeklügelten Plan kann sich Berlin noch ne Scheibe abschneiden. Fragen geistern durch die Presse: gehört die Rütli-Schule zur AlQuaida? Darf man Lehrer im Affekt totschießen? Was hat die Leitkultur mit mir zu tun? Und Wer ist denn jetzt eigentlich Deutschland?
Ich sehe allerdings Hoffnung für Germany. Denn wenn wir es schaffen die Kids von der Rütli-School (of Rock) an die Unis zu bringen, haben wir vielleicht in ein paar Jahren endlich wieder eine vernünftige Studentenbewegung. „We don’t need no Education…“ sangen einst Pink Floyd. Wer hätte gedacht das gerade die jugendliche Unterschicht, um mal im Pressejargon zu bleiben, so ein großes Potential hat zu rocken?! Ich bin schon sehr gespannt wie es weiter geht.

In diesem Sinne
Dr. Wurscht (I AM AYRAN-MAN)
4.7.06 17:13


Deutschquote

Ich habe von Beginn an nicht verstanden, worum es bei dieser Deutschquotendiskussion eigentlich ging. Man sah im Fernsehen andauernd mehr oder weniger bekannte deutsche „Künstler“ die sich für eine ebensolche aussprachen ohne irgendwie plausibel begründen zu können wofür die gut ist. Das durch den anhaltenden Trend, „alternative“ deutsche Musik groß rauszubringen wie immer auch sämtlicher Mist mitgeschleift wird, ist ja nix neues. Und dennoch ist es nicht so einfach hier klare Grenzen auszumachen. Der Hauptgrund für diese neo-nationale und pubertär-patriotischen Sichtweisen sind meiner Meinung nach auf den anhaltenden Antiamerikanismus und die bestehenden Verhältnisse besonders in der deutschen Medienlandschaft zurückzuführen. Den Kids wurde doch überall verkauft: „wir ziehen nicht in den Krieg! Wir sind jetzt mal die Guten. Amerika und seine Verbündeten machen mindestens genau so viel falsch wie wir.“ Komischerweise führte die Verbrüderung der Kriegsgegner, zu denen ja alle Jungs und Mädels von 13 – 18 angehörten dazu, dass das Auge für die hiesigen Schweinereinen blind wurde. Es hieß dann immer „... ja schon, aber der Schröder hat nein zum Krieg gesagt“. Diese Generation von jungen „Künstlern“, egal ob jetzt HipHop oder Rock oder was auch immer, sieht Deutschland nicht mehr als Badman. „Was sollen wir uns beschimpfen lassen für Sachen die unsere Großeltern getan (oder NICHT getan) haben, wenn andere Länder genauso schlimm sind.“ Deutsch zu sein, dazu zu stehen und es auch noch zu besingen ist schick geworden.
Gerade die Diskussion um Fler und Konsorten stößt mir bitter auf. Nicht weil ich Fler für einen nationalistischen Prolorapidioten halte der aus dem Verkehr gezogen gehört, sondern vielmehr weil es einen Schande ist das es wirklich Leute gibt die so was kaufen. Gerade die Berliner Fraktion um das Label „AGGRO BERLIN“ fällt ja wöchentlich mit dämlichen Zoten auf. Nur ist jetzt die Fragen was man entgegenzusetzen hat. SIDO, bekannt geworden durch Blödsinn wie „Mein Block“, gestand neulich in einem Gespräch mit einer SPD-Abgeordneten, dass er seinen Fans raten wird die SPD zu wählen. Der weiß auch, dass ihm mit der CDU an der Spitze keine goldenen Zeiten erwarten. Politisch gesehen glaub ich aber nicht, dass diese Pfosten tatsächlich patriotisch oder nationalistisch sind, noch das sie nur provozieren wollen (was so aber natürlich ziemlich einfach ist). Wie schon gesagt fehlt das Bewusstsein zu erkennen was man da von sich gibt und gerade hier liegt die Schwierigkeit dies zu ändern. Mit Verboten und Zensur braucht man gar nicht erst anfangen weil’s doch des Coolste ist illegale CDs zu besitzen (is ja bei dem Nazischrott das gleiche).
Lösungsvorschläge hab ich leider auch nicht parat aber vielleicht hilft ja ne
Anti-Deutschquote?! Zu hoffen bleibt, dass es sich hierbei um einen Plattenkonzernbedingten Trend handelt und wir wissen ja das die bekanntlich nicht länger halten.
4.7.06 17:17


Torwart Diskussion

Hallo Ihr Klappstühle,
... jetzt kommt schon wieder der hässliche Windows-Assistent der mich fragt ob ich nen Brief schreiben will!!! Der soll’s Maul halten! ...So jetzt issa weg...

Sicher hat der Ein oder Andere die Torwartdiskussion der letzten, ich möchte mal sagen, Monate verfolgt und mir fällt dazu nur ein: tragisch. Wo soll das nur hinführen? (Affen-)Olli Kahn oder Jens „Ich nehme meinen Beruf ernst“ Lehmann ist meiner Meinung nach so wie die Entscheidung zwischen Pilz an der Eichel oder Hämorriden. Besser wärs gewesen beide gar nicht zu nominieren und den Hildebrandt ins Tor zu stellen. Der schaut auch besser aus. Aber die schreckliche WM wird sowieso eine ganz schlimme Vorstellung. Nicht nur weil ich Tickets für das Spitzenspiel JAPAN-AUSTRALIEN in Kaiserslautern (!!!) bekommen habe sondern weil sogar meine Mutter, die ja nachweislich keinen Blassen von Fußball hat, bemerkte, dass es nur ums Geld geht, welches wir der FIFA und den offiziellen Sponsoren in den nimmermüden Rachen werfen dürfen. Nix desto Trotz lasse ich mir den Spaß am Fußball nicht nehmen, erstand ich doch vor kurzer Zeit einen Deutschlandschal zusammen mit ner Tube Zahnpasta und 2 Zahnbürsten im praktischen SIGNAL-Fanpaket und, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ein Lukas Podolski-Trikot kombiniert mit 2 Dosen AXE Click. Ich bin also bestens gerüstet. Zu hoffen bleibt, dass wir ordentlich was zu lachen kriegen, spätestens wenn wir im Eröffnungsspiel mit ansehen dürfen wie der Herr Lehmann einen Riesen Bock schießt und Prinz Poldi mit Ach und Krach, im abseits stehend, den 1 zu 1 Ausgleich in der 90 Minute macht. Beckenbauer dann im Interview, sichtlich bemüht die containence zu bewahren: „Wir haben damals ja auch nicht gut gespielt aber, ganz ehrlich, diese Mannschaft ist und bleibt ein Haufen Scheiße!“. Klinsi wird daraufhin das Bundestraineramt ablegen und in einer Nacht und Nebel Aktion wird schließlich doch noch Lothar Mathäus verpflichtet, der dann am nächsten Morgen sagt: „Ich habs euch ja gleich gesagt aber ihr wollt ja nicht hören.“ Nachträglich wird Mehmet Scholl, Eike Immel, Mathäus selbst, und die gesamte Mannschaft von 1990 für den Kader nominiert. Wir putzen alles weg was kommt und der Lothar wechselt sich ab und zu selbst ein. Im Finale vernichten wir England desaströs mit 4 zu 0 und endlich wir alles wieder gut. Die Regierung gibt Anfang August bekannt, dass die Vollbeschäftigung erreicht ist. Die neuen Bundesländer schreiben ab 2007 schwarze Zahlen. Minister Steimeier bewirkt das erste dauerhafte Friedensabkommen in Nah-Ost. Kohl kommt doch noch ins Gefängnis wegen der Schmiergeld-Affaire. Die Geburtenrate steigt zur Mitte der WM um das Doppelte weil jedes Paar gerne eine eigene Fußballmannschaft hätte und zu guter letzt werden per Verfassungsgerichtsbeschluss Fernsehsendungen wie „DsdS“, „Germany’s next Topmadel“ oder die „Kuttner“-Show verboten.

Ach ja, wär des schön!
Euer, mit ner Träne im Knopfloch, zutiefst verbundener
Dr.Wurscht
4.7.06 17:10


Rototom Sunsplash 01-09.07.2005

Wohin geht’s dieses Jahr? Nach Köln zum Summerjam? Zum Chiemsee Reggae-Sommer? Oder vielleicht endlich mal nach Italien zum Rototom Sunsplash? Noch kurz im Internet das Line-Up gecheckt und schon war die Endscheidung getroffen.
Nach Osoppo also, sehr schön am italienischen Alpenrand gelegen, keine halbe Stunde von Udine entfernt.
Man fuhr also dieses Jahr ins europäische Ausland um sich in freundlicher Atmosphäre den ein oder anderen oder auch alle Top Reggae-Acts zu Gemüte zu führen. Versprachen doch die Veranstalter im Vorfeld Artist wie Anthony B., Horace Andy, Frankie Paul, U-Roy, Gregory Isaacs und Richie Spice nach Italien zu holen um altes und neues Liedgut zum Besten zu geben. Die Erfahrung lehrt einem aber, dass gerade bei Reggaefestivals der ein oder andere Künstler lieber zu Hause im schönen Jamaika bleibt, anstatt sich die Strapazen einer Europa Tour zu geben. Die Hoffnung stirbt ja aber bekanntlich zu letzt und selbst wenn nur die Hälfte der angekündigten Singer und DJs am Start wäre, würden sich die 140 Euro führ 9 Tage Camping und Eintritt auch noch lohnen. Hey, ist ja schließlich Italien und immer noch billiger also ne Woche Toskana.
Das im Rivellinopark gelegene Festival bot den aus ganz Europa angereisten Reggae-Fans außer einem ausreichend großem Campingplatz auch ein breites Angebot an Fressbuden und Marktständen mit allen möglichen Rasta-Devotionalien, Schallplatten und Raucherbedarf. Einige besonders geschäftstüchtige Besucher eröffneten mit Lidl-Bier und Gegrilltem ihre eigenen Ladenzeilen auf der Zeltplatzhauptstrasse. Da der Konsum von „harten“ Drogen schwerstens untersagt, der Gebrauch von „weichen“ Drogen aber nicht nur geduldet sondern sogar erwünscht war, florierte der Verkauf von Mary Jane und brachte den zahlreichen Hustlern einiges an Barem in die Tasche. Die Folge war aber, dass viele am Abend ,geschwächt durch die Hitze und eben Mary Jane, nicht ganz so enthusiastisch auf die Auftritte von Anthony B., Jimmy Cliff oder Jah Mason reagierten wie unsereiner. Aber friedlich war es.
Die Main Stage wurde jeden Abend ab ca. 19.30Uhr in Betrieb genommen. Das Programm setzt sich jeweils aus Gewinner nationaler Wettbewerbe und hochkarätigen internationalen Acts zusammen. Den Anfang machten Morgan Heritage und die Skatalites wobei gerade erstere mit ihrem Auftritt überzeugten. Im Vergleich zu ihren früheren Konzerten, die mehr an einen Gottesdienst als an ein Reggaekonzert erinnerten blieben sie dieses mal zum Glück auf dem Teppich.
Am Samstag war es vor allem Sud Sound System aus Italien die dem Publikum einheizten. Hier noch eher unbekannt sind sie in ihrem Heimatland ne ganz große Nummer. Yellowman, Natty King und Israel Vibration durften am Sonntag ran und nun war klar, dass gerade die Roots-Artist die besseren Karten bei der Crowd hatten. Israel Vibration, leider nur noch zu zweit, waren das High Light eines sonst eher mäßigem Abend. Yellowman kann leider mit seiner Stimme nicht mehr an seine alte Klasse rankommen. Montag war Top-Act Day. Anthony B., Chuck Fenda und Fantan Mojah standen in den Startlöchern. Chuck Fenda und Fantan Mojah leisteten die Vorabeit für Anthony B. der einen beeindruckenden Auftritt vor einer durchdrehenden Massiv hinlegte. „Police“ war die einzigste Zugabe, dauerte aber ca. 15 Minuten. „Dancehall Legends“ war das Motto zum Dienstag. Nachdem Tanya Stephens, die sichtlich Schwierigkeiten hatte die Menge zum tanzen zu bringen, die Bühne verlassen hatte, waren die „We the People“-Band mit Bassist und Sänger Lloyd Parks an der Reihe. Die Backing Band für Frankie Paul, U-Roy und Gregory Isaacs war die Beste des ganzen Festivals. Auch die drei Herren bewiesen eindrucksvoll was es heißt nach so langer Zeit im Geschäft immer noch Häuser zu rocken. Am Schluß wurde sogar noch ein Song gemeinsam gesungen was die Zuschauer vollends zum ausflippen brachte. Das Lable 5th Element schickte 3 seiner Zöglinge am Dienstag nach Italien. Richie Spice, Anthony Cruz und Turbulence, der leider absagte. An seine Stelle trat mit Jah Mason aber eine mehr als gebührende Vertretung. Richie Spice der als letztes auf die Bühne kam machte Anfangs noch einen recht schüchternen Eindruck gerade nach den energiegeladenen Performances seiner beiden Kollegen. Er riss die Massive aber mit seinen zahlreichen Hits von den nichtvorhandenen Stühlen. Der Donnerstag wurde von der Nachricht überschattet, Horace Andy hätte abgesagt da er sich in den Fuß geschossen hätte (!?). Groundation sprang kurzfristig ein. Headliner war Barrington Levy der aber leider Pech mit dem Wetter hatte und im ströhmenden Regen spielen musste. Am Freitag Kamen Black Uhuru mit Michael Rose und Ducky Simpson ,fast vollständig, auf die Main Stage. Vorher legte Ken Boothe in einem sehr hübschen Anzug eine unglaubliche Show hin. „Artie Bella“ in einer Ragga-Version hatte man vorher noch nicht gehört. Jimmy Cliff beendete den Konzertmarathon mit einem Big-Hit Feuerwerk das seines gleichen suchte. Auch die Bühnenshow und die Tanzstile von ihm und seinen Bandkollegen waren beeindruckend.
Natürlich gab es auch im Dancehall Zelt jeden Abend internationale Top-Sounds die zum Tanzbeinschwingen einluden. Freddie Krueger, Bass Odyssey, David Rodigan um ein paar zu nennen. Abgestimmt auf das Publikum wurden sehr viele Concious-Tunes und weniger Dancehall gespielt. Bis in die frühen Morgenstunden konnte man seine Lighter und Haarspraydosen zum Einsatz bringen
10.7.06 15:11


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